Bereits im März, manchmal sogar schon Ende Februar, beginnen die Graugänse mit der Eiablage. Ihre Nester aus Schilfhalmen befinden sich in Röhrichten oder auf kleinen Inseln, wo sie gegen Füchse geschützt sind. Jede Gans legt zwischen sechs und zehn Eiern. Die anfangs schneeweiße Schale verfärbt sich während der vierwöchigen Brutzeit durch das Gefiederfett dann oftmals bräunlich. Die Jungen (Gössel) schlüpfen fast zeitgleich, so dass die Familie gemeinsam das Nest in Richtung Wasser verlassen kann. Im Gegensatz zu den deutlich gelben Küken der Hausgänse, verlieren die Küken der Graugänse ihren gelblichen Schimmer sehr schnell und werden tarnfarbig grau. Sie folgen den wachsamen Eltern und fressen Pflanzen und Insekten, sowohl an Land als auch im Flachwasser. Gänse leben sehr sozial in Familienverbänden und lernen von ihren Eltern viel über Zugwege.
Im alten Rom machte man sich übrigens die Wachsamkeit der Graugänse zu nutze: sie wurden für die Bewachung von Stadtmauern eingesetzt.
Das BUND-Projektbüro Meeresschutz setzt sich für den Schutz des Nationalparks Wattenmeer und die Ausweisung von Schutzgebieten auf den Inseln und Halligen ein. Außerdem betreibt der BUND Nationalpark-Häuser zum Wattenmeer. Dort können Interessierte an vogelkundlichen Wanderungen teilnehmen.