Die Nordsee: Eine der biologisch produktivsten Meeresregionen der Welt

Die rund 575.000 Quadratkilometer große Nordsee ist mit einer Durchschnittstiefe von 94 Metern ein relativ flaches Randmeer im Norden Europas. Trotzdem gehört sie zu den biologisch produktivsten Meeresregionen der Welt und beheimatet zahlreiche Tier- und Pflanzenarten. Ihr Fischreichtum ist seit Jahrhunderten die wichtigste Nahrungsgrundlage der Küstenbevölkerung aus sieben Anrainerländern.

Brandung mit Möwen am Strand von Westerland/Sylt, Foto: Ernst-Rose / www.pixelio.de

Auch wenn die Nordsee auf den ersten Blick in weiten Teilen einer unterseeischen Sand- und Schlickwüste ähnelt, sorgen warme Meeresströmungen und ein hoher Nährstoffeintrag durch die Flüsse für günstige Wachstumsbedingungen für zahlreiche Algen. Von ihnen ernähren sich unzählige andere Planktonorganismen wie kleine Krebse, Fischlarven und Stachelhäuter (Echinodermata), zu denen Seestern und Seeigel gehören. Diese Kleinstlebewesen bilden die Nahrungsgrundlage für Herings- und Sprottenschwärme, die wiederum von Kabeljau und Seelachs gejagt werden. Insgesamt sind ungefähr 230 Fischarten in der Nordsee heimisch. An der Spitze der Nahrungskette stehen in der Nordsee Robben, Schweinswale und Haie, aber auch große Vögel wie der Basstölpel.

Neben Watt und Sandbänken beherbergt die Nordsee weitere wichtige Lebensräume wie Seegraswiesen, Kelpwälder, Muschelriffe und vor der Küste Norwegens sogar Kaltwasserkorallenriffe. Um sie zu bewahren, ist inzwischen eine Reihe von Schutzgebieten ausgewiesen worden.



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