Bisher gab es für all diese Nutzungen und Verschmutzungen einzelne Bestimmungen und Richtlinien, die auf nationaler oder regionaler Ebene angesiedelt waren. Der ganzheitliche, gebietsübergreifende Ansatz, den die Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie verfolgt, soll nun dazu führen, dass die Auswirkungen aller Nutzungen, die in einem Meeresgebiet stattfinden, in ihrer Gesamtheit wahrgenommen und in einer gemeinsamen Strategie zusammengefasst werden. Das ist zum ersten Mal ein überregionaler verbindlicher Rahmen. Er bietet die Chance, die Vielzahl von Interessen zu integrieren – und genau dies ist der einzige Weg, eine nachhaltige Meeresnutzung zu erreichen.
Das Ökosystem im Blick
Der Ökosystemansatz dient der Steuerung menschlichen Handelns und ist eng mit dem ganzheitlich integrierenden Ansatz verknüpft: Alle menschlichen Einflüsse – auch indirekte wie der Klimawandel – werden in ihrer Gesamtwirkung auf das Ökosystem mit all seinen Komponenten betrachtet und dürfen das Erreichen oder das Erhalten eines guten Umweltzustands im Meer nicht beeinträchtigen. Der dynamischen Natur mariner Systeme und der auf sie wirkenden Einflüsse soll durch ein anpassungsfähiges Management Rechnung getragen werden. Das bedeutet, Ziele und Maßnahmen in regelmäßigen Abständen zu kontrollieren und gegebenenfalls zu korrigieren, um einen guten Umweltzustand zu erreichen.