Ölbohrinsel am Nationalpark Wattenmeer
Auch auf deutschem Seegebiet gibt es eine Bohrinsel: Am südlichen Rand des Nationalparks Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer liegt das größte deutsche Ölvorkommen. Seit 1987 fördert die "Mittelplate" jedes Jahr rund zwei Millionen Tonnen Öl an die Erdoberfläche.
30 Jahre Laufzeitverlängerung
Das niedersächsische Landesbergamt hat vor kurzem die Fördergenehmigung um sagenhafte 30 Jahre bis 2041 verlängert. Vermutlich angesichts der BP-Ölkatastrophe im Golf von Mexiko geschah das unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Es gab keine Verbändebeteiligung – und auch das UNESCO-Weltnaturerbe Wattenmeer spielte offenbar keine Rolle. Die Mittelplate-Betreiber RWE Dea AG und Wintershall Holding AG haben also wieder viel Zeit, die vermuteten 30 bis 35 Millionen Tonnen Öl abzupumpen. Der BUND protestiert gegen diese Laufzeitverlängerung und fordert weiterhin die Einstellung der Ölförderung im Wattenmeer.
Die Schäden sind irreparabel
Die Verhinderung von Öleintrag hat höchste Priorität, denn Ölverschmutzung hat kaum reparable Folgen. Zudem ist die Bekämpfung von Öl eine Sisyphusaufgabe. Die Nahrungsketten zahlreicher Meeresbewohner werden zerstört. Vögel leiden extrem an den Folgen: An öligen Stellen frieren sie und verlieren Energie, beim Versuch ihren Körper zu reinigen vergiften sie sich selbst. Die Bilder im Fernsehen suggerieren, der Mensch könne die Tiere einfach sauber putzen – in Wirklichkeit überleben selbst bei artgerechter Reinigung gerade einmal fünf Prozent der Tiere.