Fehmarnbeltquerung: Teures und schädliches Prestigeprojekt

Ein verkehrspolitisch besonders umstrittenes Bauprojekt ist die Fehmarnbeltquerung. Das dänische Rødby soll über eine 19 Kilometer lange Brücke über den Fehmarnbelt mit der Insel Fehmarn verbunden werden. Alternativ zur Brücke wird auch die Möglichkeit eines Tunnels diskutiert. 

Darstellung der geplanten festen Fehmarnbeltquerung. Quelle: Fehmarnbelt Development Joint Venture
Darstellung der geplanten Fehmarnbeltquerung. Quelle: Fehmarnbelt Development Joint Venture

Das 5,6 Milliarden Euro teure deutsch-dänische Prestigeprojekt soll ab 2012 den Fährverkehr ersetzen und den Güter- und Personenverkehr zwischen Dänemark und Deutschland übernehmen. Doch es führt mitten durch das Meeresschutzgebiet Fehmarnbelt-Riff. Durch dieses Riff findet 70 Prozent des Wasseraustauschs zwischen Nord- und Ostsee statt. Eine Einschränkung des für die Ostsee so wichtigen Wasseraustauschs durch die Brückenpfeiler ist kaum zu vermeiden. Eine weitere Verschlechterung der Wasserqualität in der Ostsee wäre die Folge. Für die Schweinswale wäre die erhebliche Lärmstörung in der Bauphase besonders schwerwiegend.

Einige hunderttausend Zugvögel ziehen alljährlich über die Fehmarnbelt-Meerenge. Da viele Vögel nachts und auf Höhe der geplanten Brücke fliegen, muss auch hier mit erheblichem Verlusten durch Vogelschlag gerechnet werden.

Bei den Planungen weitgehend unberücksichtigt blieb bisher auch die Unfallgefahr für Schiffe. Das ist besonders verwunderlich, da das Fehmarnbelt eines der meistbefahrenen Wasserstraßen der Welt ist. Eine Kollision eines mit Öl oder Chemikalien beladenen 350 Meter langen Tankers mit einem Brückenpfeiler hätte unabsehbare Schäden für fast die gesamte Ostsee zur Folge.

Ein Umdenken beim Bau der verkehrspolitisch unsinnigen und umweltpolitisch nicht vertretbaren Fehmarnbeltquerung ist dringend erforderlich.



Jetzt online BUND-Mitglied werden!, © www.photocase.com / mr nico
Jetzt online spenden, © istock.com/johnnorth

Jetzt Fan werden auf www.facebook.com/bund.bundesverband   Folgen Sie uns auch auf www.youtube.com/bundgermany   Folgen Sie uns auch auf www.twitter.com/BUND_net   Abonnieren Sie unseren RSS-Feed

BUND-Kampagne gegen die Vermülllung der Meere

Bildungsmaterialien

Suche