Nord- und Ostsee sind entgegen dem ersten Anschein dicht bebaut. Ölplattformen und die Brücken, die die Inseln verbinden, sind nur der kleine über das Wasser ragende sichtbare Teil. Auf dem Meeresgrund bilden Pipelines und Kabeltrassen ein dichtes Netz. Neue Prestigeprojekte wie die Ostseepipeline und die geplante Fehmarnbelt-Querung kommen demnächst hinzu. Doch der größte Teil der Verbauung der Meere steht mit der Errichtung der bis zu 80 geplanten Offshore-Windparks mit über 6.000 Windrädern erst noch bevor.
Weitgehend unberücksichtigt bleiben bisher die sogenannten kumulativen Belastungen durch viele Bauvorhaben. Hiermit ist die Betrachtung der Auswirkungen aller Projekte, Eingriffe und Nutzungen gemeint. Viele Umweltfolgen, die in direktem Zusammenhang mit einem Eingriff stehen, treten erst später auf und sind schwer vorhersagbar.
Damit ist beispielsweise ein Ausweichen der Fischerei auf andere Gebiete nach dem Bau eines Windparks gemeint. Es kommt dann nicht nur zu einer Beeinträchtigung durch den Bau und Betrieb des Windparks, sondern auch zu einer Erhöhung des Fischereidrucks in anderen teilweise weit entfernten Gebieten. Diese kumulativen Belastungen werden von den Genehmigungsbehörden viel zu wenig beachtet.