Massentierhaltung weiter auf dem Vormarsch

Die Massentierhaltung ist in Deutschland weiter auf dem Vormarsch, vor allem in Niedersachsen und Ostdeutschland. Besonders die Zahl der Schweinemastanlagen nimmt zu. Die Tendenz geht zu großen Anlagen mit 15.000 bis 100.000 Schweineplätzen und gleichzeitig niedrigen Umweltstandards.

Überdüngung auf hohem Niveau

Die neuen Stallanlagen werden genehmigt, ohne dass zuverlässige Nachweise erbracht werden müssen, dass es genügend Fläche für die Ausbringung der Gülle gibt. Lediglich Gülle-Abnahmeverträge für wenige Jahre werden gefordert. Ob die Ausbringung der Gülle auf der angegebenen Fläche überhaupt möglich ist, wird nicht überprüft. Insgesamt stagniert der Stickstoffüberschuss in Deutschland auf hohem Niveau und führt fortgesetzt zu Nitratbelastungen im Grundwasser.

In Dänemark gelten strengere Umweltstandards. Schweinehalter müssen hier selbst im Besitz einer entsprechenden Fläche für die Gülleausbringung sein. In den Niederlanden darf ein Viehhalter seinen Tierbestand nur dann vergrößern, wenn ein anderer Bauer im gleichen Umfang seine Tiere reduziert. So kann die Güllemenge nicht unendlich größer werden. Solche Umweltregeln fehlen in Deutschland.

Genehmigungsverfahren stark vereinfacht

Im Juni 2007 wurde die Genehmigung von Massentierhaltungsanlagen durch ein "Beschleunigungsgesetz" erheblich vereinfacht. Künftig muss erst ab 60.000 Hennen eine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) durchgeführt werden, statt wie bisher ab 42.000 Tieren. Für Ferkel wurde die Grenze von 6.000 auf 9.000 Tiere angehoben, bei Rindern wird künftig ganz auf die UVP-Pflicht verzichtet, lediglich eine UVP-Vorprüfung ist verpflichtend.

Das lockt viele internationale Investoren nach Deutschland, die ihrerseits weiter zur Überproduktion beitragen: Die Versorgung mit Schweine- und Geflügelfleisch ist in Europa bereits zu über 100 Prozent abgedeckt, es wird also für den Export produziert. Die Gülle bleibt Deutschland erhalten.

Der BUND fordert, dass

  • die Genehmigung von Stallanlagen an eine ausreichende große, selbst bewirtschaftete Fläche gebunden ist,
  • dass die Investitionsförderung nur für besonders artgerechte Tierhaltungen und umweltverträgliche Flächenbindung gilt,
  • Fleischexporte nicht länger subventioniert werden.


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Broschüre: Agrarreform statt Massentierhaltung

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