Kein Fleisch aus Massentierhaltung

Mastpute in einer deutschen Geflügelfarm, Foto: © PeTA Deutschland e.V. / PIXELIO
© PeTA Deutschland e.V. / PIXELIO

Puten, die getreten oder durch die Luft geschleudert werden – diese Tierquälerei wurde in Wiesenhof-Ställen, Deutschlands größtem Hühnerfleischproduzenten, nachgewiesen. Ein Beitrag in der ARD vom 31. August 2011 zeigte Aufnahmen, auf denen zu sehen ist, wie in Wiesenhof-Ställen Puten willkürlich misshandelt werden.

Mit zwei Milliarden Euro Jahresumsatz ist der Wiesenhofkonzern mit Abstand der größte Hühnerfleischproduzent in Deutschland. Nach Aussagen des Geflügelwirtschaftsverbandes leben 99 Prozent des Mastgeflügels in intensiver Haltung wie die der Wiesenhoflieferanten. In diesen Stallungen sind zum Beispiel teilamputierte Schnäbel bei Hähnchen und Puten eine systembedingte Normalität. Sicher wären auch bei anderen Firmen wie Rothkötter (Emsland-Frischgeflügel) und Stolle ähnliche Zustände zu entdecken, würden die Ställe zugänglich sein.

Der BUND rät Verbraucherinnen und Verbrauchern, komplett auf Fleisch aus Massentierhaltung zu verzichten.

Mit ihrer bewussten Kaufentscheidung können Verbraucher Druck auf die ganze Branche ausüben. Der BUND ruft daher die Verbraucherinnen und Verbraucher auf, kein Geflügel aus industrieller Tierhaltung zu kaufen, sondern, wenn Fleisch, dann ausschließlich das von Ökoanbietern oder Neuland zu kaufen. Dieses ist über entsprechende Öko-, Bio- oder Naturland-Labels zu erkennen.

Wenn Fleisch dann Bio

Bei Biofleisch und Neuland sind hohe Tierschutzstandards Pflicht. Auf Ökobetrieben bekommen die Tiere zudem Biofutter von Flächen, die nicht mit Kunstdünger und Pestiziden behandelt wurden. Neuland-Bauern dürfen auf ihren Feldern und Wiesen konventionell wirtschaften, sie leisten gleichwohl einen Beitrag zur Artenvielfalt, denn viele Betriebe mästen alte Tierrassen und langsam wachsendes Geflügel. Sie bieten allen Tieren Stroh und Auslauf.

Grafik "Kein Ei mit der 3"
Seitdem der Eierstempel 2004 auf jedem Ei EU-weit vorgeschrieben wurde, kaufen 60 Prozent der VerbraucherInnen in Deutschland keine Frühstückseier aus Käfighaltung mehr.

Darüber hinaus fordert der BUND Verbraucherministerin Aigner auf, ehrliche Kennzeichnungsregeln einzuführen und irreführender Namen wie "Wiesenhof" und "Bauernglück" zu verbieten. Ziel muss sein, dass Verbraucher Fleisch aus industrieller Tierhaltung generell so leicht erkennen können wie heute schon das "Ei mit der 3" aus Käfighaltung. Staatliche Subventionen an die industrielle Fleischerzeugung müssen gestoppt werden. Der BUND hatte 2011 mit einer Recherche gezeigt, dass jährlich über eine Milliarde Euro an staatlichen Geldern in die industrielle Produktion von Schwein und Geflügel fließen.

 

Mehr Informationen



Jetzt online BUND-Mitglied werden!, © www.photocase.com / mr nico
Jetzt online spenden, © istock.com/johnnorth

Jetzt Fan werden auf www.facebook.com/bund.bundesverband   Folgen Sie uns auch auf www.youtube.com/bundgermany   Folgen Sie uns auch auf www.twitter.com/BUND_net   Abonnieren Sie unseren RSS-Feed

Broschüre: Agrarreform statt Massentierhaltung

Suche