Dennoch sitzen in Deutschland die meisten Legehennen noch immer im Käfig. Im Frühjahr 2007 wurde die von Rot-Grün beschlossene Abschaffung der tierquälerischen Käfighaltung von Verbraucherminister Seehofer rückgängig gemacht. Ein neues Etikett, die "Kleingruppenhaltung", soll den Verbrauchern artgerechte Haltung vorgaukeln. Tatsächlich ändert sich wenig. Zum bisherigen Platzangebot von der Größe eines DIN-A4-Blattes kommt ein postkartengroßes Stück hinzu. 90 Prozent der Bodenfläche bestehen nach wie vor aus Gitter, nur 10 Prozent müssen mit einer Scharrfläche ausgestattet sein.
Kleingruppenhaltung ist nicht besser als Käfighaltung
Aber auch mit ein paar Quadratzentimetern mehr werden Käfige nicht tiergerecht – sie bleiben Käfige und tragen den Eier-Code 3. Absatz finden die Käfigeier in verarbeiteten Lebensmitteln wie Backwaren, Nudeln und Eierlikör. Dort können sie versteckt werden, weil die Haltungsform der Tiere auf verarbeiteten Produkten nicht gekennzeichnet werden muss.
Der BUND fordert, dass Fleisch aus Massentierhaltung und Fertig-Produkte mit Käfigeiern ebenso leicht erkennbar sein müssen wie das Frühstücks-Ei mit der 3 aus Käfighaltung. Nur dann haben Bauernhöfe, die ihre Tiere besonderes artgerecht halten eine faire Chance am Markt und im Supermarktregal. Bilder von Tieren auf der Wiese dürfen nur auf Produkten abgebracht werden, die tatsächlich aus Weidehaltung stammen. Die bisherigen Kennzeichnungsregeln für tierische Lebensmittel führen Verbraucherinnen in die Irre, weil sie Idyll-Bilder auch auf Fleisch- und Eierwaren aus Massentierhaltung erlauben.