Eine andere Milchpolitik ist möglich

Besonders fatal wirkt sich die heutige EU-Milchpolitik aus. Ziel der EU ist es, die europäische Milchproduktion auf den globalen Markt auszurichten. Dazu steigert sie die Milchquote, also die Milchmenge, die jeder Landwirt produzieren darf, und zahlt Exportsubventionen an exportierende Molkereien. Die Überproduktion an Milch erlaubt es den Molkereien und dem Handel, den Milchpreis für die Milcherzeugerinnen und -erzeuger zu drücken. Seit geraumer Zeit zahlen Molkereien für einen Liter Milch weniger als die Produktion den Bauern kostet.

Lange Zeit betrug der Milchpreis nur noch rund die Hälfte der Produktionskosten. Gleichzeitig zerstören die subventionierten Milchexporte lebenswichtige Märkte für Bauern und Bäuerinnen in Entwicklungsländern. Der niedrige Erzeugerpreis für Milch führt zudem dazu, dass immer mehr Wiesen und Weiden nicht mehr genutzt und teils umgepflügt werden zu Ackerland. Damit verlieren wir große Flächen an Grünland, das überaus wichtig ist für den Klima- und Artenschutz. Ein angemessener Milchpreis für die Bauern ist die Voraussetzung für wirksamen Umwelt- und auch Tierschutz.

Kühe auf der Weide, Foto: © P. Baumgärtner / PIXELIO
© P. Baumgärtner / PIXELIO

Milchpreise stabilisieren und bäuerliche Milchbetriebe erhalten

Der BUND fordert zur Stabilisierung des Milchpreises und zur Erhaltung bäuerlicher Milchbetriebe von der Bundesregierung und der EU-Kommission faire Marktregeln: die Bauern müssen das Recht erhalten und darin bestärkt werden, die Milchmenge in der EU zu senken. Exportsubventionen sind abzuschaffen. Gleichzeitig müssen staatliche Anreize geschaffen werden, damit die Milch wieder ökologisch sinnvoll auf Wiesen und Weiden und mit heimischem Futter erzeugt wird – statt auf der Basis von Mais und Soja. Solange der Milchpreis so niedrig ist, schreitet das Höfesterben in rasantem Tempo voran. Nachhaltig wirtschaftende Betriebe haben in diesem politisch bedingten  Billigmarkt keinen fairen Marktzugang.

Der BUND hat sich mit dem Verband der deutschen Milchviehhalter (BDM) und anderen Verbänden aus der Entwicklungshilfe und dem Tierschutz zusammengeschlossen. Unser Motto: "Eine andere Milchpolitik ist möglich. Gemeinsam treten der BUND und die Milchbauern für einen Systemwechsel bei der Reform der Agrarpolitik nach 2013 ein: Faire Marktregeln müssen dafür sorgen, dass der Milchpreis die Kosten der Bauern deckt.

Die umwelt- und entwicklungsschädliche Überproduktion muss gestoppt werden. Verbraucher müssen erkennen können, ob Milch vom Grünland oder aus Mais und Soja erzeugt wurde, aus welcher Region Milch und auch Milchpulver in Fertigprodukten stammt und ob Gentechnik in der Fütterung verwendet wurde. Erst dann haben heimische Bauernhöfe, die nachhaltig wirtschaften, bessere Chancen am Markt. Und erst dann haben Verbraucher Wahlfreiheit, sich für eine umweltverträgliche Landwirtschaft zu entscheiden.

Bündnispapier zur Milchpolitik



BUND-Agrar-Spot

Gefördert von der EU   
Großansicht und mehr...

Suche