Exportsubventionen: Große Konzerne bekommen am meisten

Empfänger von Exportsubventionen sind Zucker- Milch- und Fleisch-Konzerne, z.B. Vion, Deutschlands größter Fleischvermarkter, der 2005 für Rindfleisch-Exporte 6,7 Millionen Euro erhielt. Weitere Subventionsempfänger sind Nestlé mit 48 Millionen Euro im Jahr 2005. Diese Dumpingexporte schaden besonders Bauern in Entwicklungsländern, weil mit ihnen die Märkte des Südens überflutet und regionale Produkte verdrängt werden.

Aktuell will die EU die Agrarpolitik reformieren. Der BUND fordert, die Gelder für die Agrarwirtschaft konsequent an konkrete Ziele zu koppeln.

Subventionsprofiteure

Zu den größten Profiteuren der sogenannten Marktmaßnahmen in der 1. Säule zählen viele Industrievertreter. Der Nutzen dieser Millionensubventionen für die Allgemeinheit ist nicht zu erkennen, zumal die Empfänger die Zahlungen für Rationalisierungsmaßnahmen nutzen und Arbeitsplätze streichen können.

  • Lagertanks von Nordmilch, Foto: www.nordmiclh.de
  • Kraft Foods Deutschland, Werk Bremen, Foto: www.kraftfoods.de
  • Zott Joghurt, Foto: www.zott.de
  • Südzucker AG: 34,4 Millionen € Agrarsubventionen 2008
    Südzucker weist für das Geschäftsjahr 2008/2009 einen Gewinn von knapp 190 Millionen € aus.
  • August Storck KG: 3,3 Millionen € Agrarsubventionen 2008
    2007 betrug der Brutto-Werbeaufwand des Schokoherstellers rund 80 Millionen €
  • Tönnies-Fleisch: 2,7 Millionen € Agrarsubventionen 2008
    Europas größter Fleischverarbeiter Tönnies ist nicht nur Schalke-Sponsor. Gegen das Unternehmen wurde im Jahre 2008 ein Bußgeld von 80.000 € wegen illegaler Videoüberwachungsmaßnahmen vom Datenschutzbeauftragten verhängt, das rechtskräftig wurde. Demnächst soll es noch ein Verfahren wegen Verstößen gegen Lebensmittelkennzeichnungsregeln geben, weil statt 45 Prozent Rindfleisch nur 25 bis 36 Prozent Rindfleisch in Hackfleischmischungen enthalten gewesen sein sollen.
  • Rethmann: 2,6 Millionen € Agrarsubventionen 2008
    Abkömmling der Rethmanns, die den Müllkonzern Remondis besitzen und zu den reichsten Familien Deutschlands zählen.
  • Nordmilch: 1,8 Millionen € Agrarsubventionen 2008, ebenso viel aus EU-, Bundes- und Landesgeldern in 2007
    Sehr niedrige Milchpreise für die Bauern sind Kennzeichen des Molkereikonzerns. Der Gewinn betrug 2007 über 31 Millionen €. Dennoch baute der Konzern Nordmilch – bekannt für Milram-Milchprodukte – 116 Stellen ab.
  • Ferrero: 1,2 Millionen € Agrarsubventionen 2008
    Allein für Werbung gab der Fabrikant von Nutella 2008 über 300 Millionen € aus, 20 Prozent mehr als im Vorjahr 2007.

Kraft Food, Zott und Nestle tauchen in der Datenbank für Transparenz bei Agrarsubventionen mit je über einer viertel Million Euro aus Brüsseler Agrargeldern auf – allein für das jahr 2008.

Der BUND fordert daher eine grundlegende Umverteilung der EU-Agrarsubventionen. Statt Millionen für Millionäre brauchen wir das staatliche Geld, um die Landwirtschaft umweltfreundlicher, die Tierhaltung artgerecht und Bauernhöfe mit vielen Arbeitsplätzen auf dem Land überlebensfähig zu gestalten.



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