Achten Sie auf den Stempel

Angeblich ist die Käfighaltung in Deutschland verboten. Nicht verboten ist aber die Haltung von Legehennen in sogenannten "ausgestalteten Käfigen" oder "Kleingruppenhaltung". Dahinter verbirgt sich ein Käfig mit nur wenig mehr Platz als in den alten Legebatterien. Sie können etwas dagegen tun: Achten Sie beim Eierstempel auf die erste Ziffer. Diese gibt Auskunft über die Haltungsform. Und Vorsicht bei gefärbten Eiern: Steht nichts anderes darauf, so stammen diese in aller Regel aus Käfighaltung!

Die Buchstaben verraten das Herkunftsland. So steht etwa DE für Deutschland oder NL für Niederlande. Die Ziffern hinter dem Länderkürzel geben Auskunft über die Betriebsnummer.

Haltungsform

  • 0: Ökologische Haltung und Biofutter – Genuss für alle, doch erst 7,4 Prozent der Tierplätze
  • 1: Freilandhaltung – viel Auslauf, aber konventionelles Futter, 14,4 Prozent der Tierplätze
  • 2: Bodenhaltung – kein Käfig, aber wenig Platz, 64,2 Prozent der Tierplätze in Deutschland
  • 3: Käfighaltung (auch "Kleingruppen" oder "Kleinvoliere") – grausame Tierquälerei und Salmonellenrisiko, 14 Prozent der Tierplätze


Der Stempel auf jedem Frühstücksei zeigt, dass Kennzeichnung wirkt: Über 95 Prozent der Verbraucher lassen das Ei mit der 3 (der Ziffer für Käfighaltung) im Regal liegen und greifen zu den tierfreundlicheren Alternativen aus Boden- und Freilandhaltung sowie Bioproduktion. Ein sensationell hoher Anteil, nachdem erst 2004 die EU-weite Kennzeichnung auf jedem Ei eingeführt wurde.

Dennoch saßen im Dezember 2011 in Deutschland noch immer über 5,6 Millionen Hühner in Käfigen – nun in ausgestalteten Käfigen. Käfigeier wandern überwiegend 'versteckt' in Nudeln und Backwaren, in denen rund die Hälfte aller Eier landen.

Der BUND fordert daher die Kennzeichnung aller tierischen Lebensmittel. Verbraucher wollen Fleisch und Wurst aus Massentierhaltung ebenso leicht erkennen können wie heute schon das Käfigei mit der 3. Und wir wollen wissen: Wurde das Tier mit gentechnisch veränderten Futterpflanzen gefüttert? Woher stammt das Tier? Ein verpflichtendes Tierschutzlabel ist überfällig.



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