Am 9. Januar 2012 deckte der BUND auf, dass Hähnchenfleisch bei Supermärkten und Discountern häufig mit antibiotikaresistenten Keimen belastet ist. Auf mehr als jeder zweiten Stichprobe der Hersteller "Wiesenhof", "Sprehe" und "Stolle" (gekauft bei Edeka, Netto, Lidl, Rewe und Penny) fanden wir solche Keime. Die resistenten Erreger, MRSA- und ESBL-produzierende Darmkeime, können bei geschwächten Menschen schwere Erkrankungen hervorrufen.
Forderung
Gemeinsam mit Tausenden Bürgerinnen und Bürgern forderten wir die Konzernleitungen auf, das belastete Fleisch sofort aus den Regalen zu nehmen und Druck auf die Hersteller zu machen – für eine tiergerechte Haltung und gegen massenhaften Einsatz von Antibiotika in den Ställen.
Erste Erfolge
Bereits einen Tag danach, am 10. Januar 2012, legte Agrarministerin Aigner einen Gesetzentwurf vor: Das Arzneimittelgesetz soll überarbeitet werden, so dass der Antibiotika-Einsatz besser erfasst wird. Ebenfalls ein erster Schritt in die richtige Richtung: Ein Fleischkonzern, auf dessen Produkten wir antibiotikaresistente Keime gefunden haben, stellt erste Teile seiner Lieferanten auf tiergerechtere Haltung um. Dort wird dann wesentlich weniger Antibiotika eingesetzt.
Wir bleiben dran
Aber dennoch ist der Löwenanteil noch zu tun. Denn der Vorschlag von Aigner bringt zwar etwas mehr Transparenz, an dem Leid der Tiere in den „Fleischfabriken“ ändert das allerdings nichts. Sie werden weiterhin unter schlimmsten Bedingungen gehalten, die ohne Antibiotika kaum zu überleben wären.
Wende in der Agrar-Politik
Mit Blick auf die EU-Agrarreform 2013 setzen wir uns in Berlin und Brüssel für eine Wende in der Agrarpolitik ein – weg von der Agro-Industrie und hin zu einer nachhaltigen Landwirtschaft. Außerdem kämpfen wir dafür, dass VerbraucherInnen Fleisch aus Massentierhaltungen ebenso leicht erkennen können wie heute schon das Ei mit der 3 aus Käfighaltung. So können sie diese Produkte bewusst meiden und damit Druck auf die Lebensmittelindustrie machen.