Eine besondere Rolle spielt die Ernährungsindustrie mit ihren Schlachthöfen und Molkereien. Diese sehen in Deutschland und Europa keine Wachstumschancen mehr: Die Menschen sind überwiegend satt, teils überernährt, und rund ein Drittel der Lebensmittel landen bei uns bereits im Müll. Wachsende Umsätze und Gewinne will die Industrie daher mit dem Export in Länder außerhalb der EU erzielen. Wenn mehr und intensiver produziert wird, profitieren auch die Industrien für Saatgut, Tierzucht, Futter- und Düngemittel sowie Pestizide. Angeblich wollen sie mit Gentechnik, mehr Massentierhaltung, mehr Dünger, mehr Pestiziden und wachsenden Exporten den Welthunger bekämpfen.
Mit billigem Fleisch und Milchpulver den Weltmarkt erobern
Auf dem Weltmarkt wartet aber niemand auf Schweinebraten aus Deutschland. Der Großteil der Menschen isst noch immer, was in ihren Regionen wächst. Dennoch wollen deutsche Ernährungskonzerne mit billigem Fleisch und Milchpulver den Weltmarkt erobern. Bereits jeden 5. Euro setzt die deutsche Ernährungsindustrie im Export außerhalb der EU um. Doch dabei gibt es ein Problem: Umweltgerechte Landwirtschaft mit hohen Tierschutzstandards ist zu Weltmarktpreisen nicht zu haben. Der EU-Rechnungshof sagt, dass schon Boden und Arbeit hier teurer sind als in anderen Exportnationen und der Weltmarkt daher keine Perspektive für die Landwirtschaft in Europa bietet. Qualitativ besondere Lebensmittel wie französische Käsespezialitäten können dagegen ohne Exportbeihilfen auf dem Weltmarkt bestehen, wenn auch nur in geringen Mengen.