Die EU und Deutschland haben sich zum Ziel gesetzt, den Artenverlust bis 2010 zu bremsen. Erreicht wurde das Ziel allerdings nicht. Kein Wunder, denn Berlin und Brüssel setzen bisher auf die Steigerung der Überproduktion und eine Intensivierung der Landwirtschaft, die über 50 Prozent der Oberfläche Europas ausmacht.
Die Intensivlandwirtschaft aber lässt der Arten- und Biotopvielfalt keinen Raum. Um dem eigenen Ziel gerecht zu werden, müssen die Bundesregierung und die EU die Agrarpolitik und die Agrarsubventionen neu gestalten. Dazu besteht 2013 die Chance. Der BUND fordert, dass 10 Prozent der Fläche jedes Agrarbetriebes für den Artenschutz bereitgestellt werden müssen. Dies kann mit Hecken und Söllen, Blühstreifen oder kleinen Feuchtwiesen umgesetzt werden. Nur so kommen wir der flächendeckenden Vernetzung von Lebensräumen für bedrohte Arten und dem Erhalt der biologischen Vielfalt einen Schritt näher.
Die konventionelle Landwirtschaft ist eine der Hauptursachen für den Rückgang der Artenvielfalt. Die intensive Bodennutzung, der massive Einsatz von Pestiziden und Dünger, der sofortige Umbruch abgeernteter Felder, die Bodenverdichtung durch schwere Maschinen, immer weniger Hecken, Ackerrandstreifen und kleine Gewässer – all das macht vielen Arten schwer zu schaffen, z.B. dem Feldhamster, der inzwischen in ganz Europa vom Aussterben bedroht ist.
Dazu kommt, dass es in der landwirtschaftlichen Produktion selbst nur noch eine begrenzte Anzahl an Pflanzensorten und Tierrassen gibt, 1.000 der 6.400 Nutztierrassen sind bereits ausgestorben. Besonders deutsche Zuchtunternehmen bieten stattdessen "moderne" Hochleistungsrassen an, die eigens für die industrielle Massentierhaltung gezüchtet wurden.