Energiekonzept des BUND

Effizienz ist die Voraussetzung

Die erneuerbaren Energien und Kraft-Wärme-Kopplung können den Kohle- und Atomstrom nur vollständig ersetzen, wenn der Stromverbrauch insgesamt sinkt. Das ist kein Wunschtraum. Zahlreiche Studien zeigen, dass der Energieverbrauch bis zum Jahr 2050 halbiert werden kann. Allein mit einem vom BUND präsentierten Maßnahmenbündel zur Senkung des Stromverbrauchs könnten 47 Millionen Tonnen CO2 jährlich eingespart werden. Ankündigungen in Richtung mehr Energieeffizienz gibt es seitens der Bundesregierung viele. Es muss jetzt gehandelt werden. Wir brauchen strengere Energie-Vorschriften für Neu- und Altbauten, eine verständliche Stromverbrauchskennzeichnung für alle Elektrogeräte, ein Verbot von stand-by-Schaltungen, ein Top-Runner-Programm und einen Effizienzfonds zur Förderung und Marktintegration von Strom sparenden Geräten.

Erneuerbare weiter ausbauen

Dank des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) produzieren Wind, Wasser, Sonne und Biomasse heute schon zwölf Prozent des Stroms in Deutschland. In den letzten Jahren erlebte die Branche einen Boom. Alleine die Kapazitäten der Windräder sind jedes Jahr um 20 Prozent gestiegen. Bis 2020 können und müssen die erneuerbaren Energien mindestens ein Drittel unseres Strombedarfs decken. Im Jahr 2023 wird deutlich mehr Strom aus erneuerbaren Energien erzeugt werden als durch das Abschalten der Atomkraftwerke wegfällt. Voraussetzung ist, dass das EEG auch nach 2008 fortgeschrieben wird, dass der Ausbau der Offshore-Windenergie beginnt und dass Deutschland seine Energieeffizienz-Ziele erreicht. Die erneuerbaren Energien brauchen keine „Brückentechnologie“ aus, weder längere Laufzeiten für AKW, noch CCS-Kohlekraftwerke. Der Ausbau der Erneuerbaren muss jetzt stattfinden. Der Ausbau der erneuerbaren Energien als Ersatz für Öl- und Gasheizungen hat noch großes Potential, wird aber bislang nicht ausgeschöpft: Solaranlagen auf Hausdächern für die Warmwasserbereitung und das Heizen mit Biogas oder Holzpellets sind in vielen Regionen noch eine Seltenheit.

Kraft-Wärme-Kopplung fördern

Die höchsten Effizienzgewinne bei der Strom- und Wärmeerzeugung lassen sich durch den Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung erzielen. In diesen Kraftwerken wird gleichzeitig Strom und Wärme für Gebäudeheizungen oder Industrieprozesse gewonnen. Das mögliche KWK-Potenzial zeigt ein Blick über die Grenzen: Der Anteil der KWK an der Stromerzeugung beträgt in Deutschland elf Prozent, in den Niederlanden und Finnland liegt er bei nahezu 40 Prozent und in Dänemark schon bei 50 Prozent. Dieser Ausbau lässt sich relativ schnell durchführen: So wurde in den Niederlanden die KWK-Kapazität von1987 bis1997 verdreifacht. Im Jahr 2001 haben die Energiekonzerne in Deutschland versprochen, den Anteil der KWK bis 2010 zu verdoppeln. Trotzdem haben EnBW, E.ON, RWE und Vattenfall deren Ausbau weiter blockiert.

Gaskraftwerke als Übergangslösung

Da viele Kohlekraftwerke über 40 Jahre alt sind und schnellstens stillgelegt werden müssen, bleibt noch eine kleine Lücke, die erst in zehn bis zwanzig Jahren von den erneuerbaren Energien und der KWK gefüllt werden kann. Für diese Übergangszeit sind auch Gaskraftwerke akzeptabel. Gaskraftwerke verursachen je Kilowattstunde Strom rund 350 Gramm CO2 – das ist weniger als die Hälfte der Emissionen von Steinkohlekraftwerken. Derzeit bezieht Deutschland sein Erdgas zu 35 Prozent aus Russland, 25 Prozent aus Norwegen, 20 Prozent aus den Niederlanden, 15 Prozent aus dem Inland und sechs Prozent aus Großbritannien und Dänemark. Auch wenn der Anteil des russischen Erdgases in Zukunft ansteigt, muss niemand Angst haben, dass Deutschland von den Gasimporten abgeschnitten wird. Denn Russland ist selbst viel zu abhängig von den Exporteinnahmen aus Westeuropa. Außerdem werden wir unter dem Strich nicht mehr Erdgas benötigen als heute. Denn der Erdgasbedarf für die Gebäudeheizung verringert sich deutlich, wenn die Häuser besser gedämmt werden.



Jetzt online BUND-Mitglied werden!, © www.photocase.com / mr nico
Jetzt online spenden, © istock.com/johnnorth

Jetzt Fan werden auf www.facebook.com/bund.bundesverband   Folgen Sie uns auch auf www.youtube.com/bundgermany   Folgen Sie uns auch auf www.twitter.com/BUND_net   Abonnieren Sie unseren RSS-Feed

Newsletter "Klima"

Laden Sie sich hier das BUND-Positionspapier "Es gibt keine 'Stromlücke'" herunter!

Verbotsschild: Kohlekraftwerke durchgestrichen

Mit der Kraft Ihrer Kohle gegen Kohlekraft: Spenden Sie jetzt an den BUND!

Sie haben etwas gegen Atomkraft? Dann steigen Sie aus!

Banner "Atomausstieg selber machen"
Suche