Ähnlich wie in Brunsbüttel soll es in Stade mehrere neue Kohlekraftwerke geben: Schon seit Jahren plant der belgische Energiekonzern Electrabel in unmittelbarer Nähe eines Wohngebiets ein Steinkohlekraftwerk, Dow Chemical wird im Verbund mit EnBW ein 900-MW-Kohlekraftwerk mit zusätzlicher Gasfeuerung bauen und auch E.on möchte hier mit einem eigenem Kraftwerk schwarze Kohle in klingende Münze verwandeln.
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| Bundesland: Niedersachsen |
CO2-Ausstoß: 4,5 Mio. Tonnen pro Jahr |
| Baubeginn: 2008 |
Investitionssumme: mehr als 1 Mrd. Euro |
| Typ: Steinkohleverbrennung |
geplante Fertigstellung: 2012 |
| Erörterungstermin: 2. bis 5.6.2008 |
Leistung: 800 MW |
| Investor: Electrabel |
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Beteiligte Stadtwerke: österreichische IKB-AG, Lübeck, Bad Vilbel, Mühldorf, Traunstein, Viernheim, Schwabach, Vogelsbergkreis
Kraftwerk weniger als 200 Meter von Wohnsiedlung entfernt
Electrabel hatte schon 2005 geäußert, ein Kohlekraftwerk in Stade bauen zu wollen. Doch erst nachdem der belgische Energiekonzern im Frühjahr 2008 ankündigte, weniger als 200 Meter von der nächsten Siedlung entfernt ein 800-MW-Kohlekraftwerk zu bauen, gründeten betroffene Bürger die "Bürgerinitiative für eine umweltverträgliche Wirtschaft".
Unter dem Motto "Bürger informieren Bürger" erläutern sie zusammen mit dem BUND die negativen Folgen für Umwelt, Gesundheit und Klima, geben Gutachten in Auftrag und helfen beim Verfassen von Einwendungen gegen den Genehmigungsantrag. Erster Erfolg: Angesichts der fachlich fundierten Einwendungen beim Erörterungstermin verschob Electrabel den Antrag auf vorzeitigen Baubeginn auf unbestimmte Zeit. Außerdem wird das Amt die Entscheidung über den Genehmigungsantrag verschieben, bis Electrabel detaillierte Untersuchungen vorlegt, ob Kraft-Wärme-Kopplung an diesem Standort möglich ist.
Klage gegen Bauplanänderung geplant
Die Bürgerinitiative, der BUND und die Stader Grünen wollen gegen eine 2006 durchgeführte Änderung des Bebauungsplans klagen: Damals wurde die bis dahin auf 220 MW festgesetzte Obergrenze für Kraftwerke gekippt. Um die Klage durchzuführen, haben die Beteiligten bis Juni 2008 Spenden von mehr als 20.000 Euro gesammelt. Auch einige Fischer haben angekündigt, gegen die Kraftwerke zu klagen, da die Erwärmung der Elbe durch Kühlwassereinleitung ihre Lebensgrundlage gefährdet.
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| Bundesland: Niedersachsen |
CO2-Ausstoß: 5,1 Mio. Tonnen pro Jahr |
| Baubeginn: 2009 |
Investitionssumme: mehr als 1,2 Mrd. Euro |
| Typ: Steinkohleverbrennung |
geplante Fertigstellung: 2014 |
| Investor: Dow chemical, EnBW |
Leistung: 900 MW |
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Bürgerprotest gegen Electrabel-Kraftwerk führt zu Kraft-Wärme-Kopplung bei Dow-Kraftwerk
Die amerikanische Chemiefirma Dow Chemical hat Anfang 2008 beschlossen, zusammen mit EnBW in Stade ein Kraftwerk mit 1. 000 MW Leistung zu bauen. Nach starken Protesten gegen das geplante Electrabel-Kraftwerk (s.o.) wurden die Pläne schnell angepasst: Nun soll ein kombiniertes Kohle-Gas-Kraftwerk mit Kraftwärmekopplung entstehen. Europaweit ausgeschrieben wurde im Juni 2008 ein Kohlekraftwerk mit 800 bis 900 MW Leistung, somit wird das Gaskraftwerk nur als kleine Zufeuerungsanlage verwendet werden.
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| Bundesland: Niedersachsen |
CO2-Ausstoß: 6,2 Mio. Tonnen pro Jahr |
| Baubeginn: 2010 |
Investitionssumme: mehr als 1,2 Mrd. Euro |
| Typ: Steinkohleverbrennung |
geplante Fertigstellung: 2014 |
| Investor: E.on |
Leistung: 1.100 MW |
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Seit 2007 überlegt auch E.on, ein zusätzliches Kohlekraftwerk in Stade zu bauen. Im Juni 2008 wurde die Entscheidung für einen Neubau mit 1.100 MW Leistung öffentlich gemacht. Über die genauen Pläne ist wenig bekannt, einzig die Logistik wird bereits geplant: Um die benötigten Millionen Tonnen Kohle herbeizuschaffen, soll der Stader Hafen um einen Kohleanleger erweitert werden.