Kohlekraftwerk Hamburg

Hamburg möchte sich als "Modellregion Klimaschutz" profilieren und hat ein umfassendes Klimaschutzprogramm auf den Weg gebracht. Gleichzeitig werden die Bemühungen durch den schwedischen Staatskonzern Vattenfall torpediert: Der Energieriese begann bereits im Winter 2007, ein 1.600-MW-Steinkohlekraftwerk zu errichten. Die Emissionen des Kraftwerks würden die in den letzten 15 Jahren erreichten Einsparungen um das Fünffache übertreffen und den jährlichen CO2-Ausstoß von Hamburg beinahe verdoppeln!

    • Bundesland: Hamburg    
    • CO2-Ausstoß: 9,2 Mio. Tonnen pro Jahr
    • Baubeginn: 2008
    • Investitionssumme: ca. 2 Mrd. Euro
    • Typ: Steinkohleverbrennung
    • geplante Fertigstellung: 2012
    • Erörterungstermin: 17.9.2O07
    • Leistung: 1640 MW
    • Investor: Vattenfall
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      Öffentlicher Protest und fachliche Mängel könnten Kraftwerk stoppen

      Das von mehreren Hamburger Umweltverbänden gegründete "Klimabündnis gegen Kraftwerk Moorburg" bezeugte mit mehr als 10.000 Unterschriften im Rahmen einer Volkspetition den Widerstand der Hamburger Bevölkerung gegen das Kraftwerk.

      Der BUND und auch die Bundesanstalt für Gewässerkunde beanstandeten wiederholt Mängel in den Antragsunterlagen: So fehlten zum Beispiel Nachweise für die vorgestellten Berechnungen. Vattenfall musste die eingereichten Unterlagen wiederholt nachbessern, so dass sich der gesamte Genehmigungsprozess schon fast zwei Jahre hinzieht.

      Demonstration von Kraftwerksgegner am 15.9.2007 in Hamburg.


      Online-Kampagne stärkt Grüne bei Koalitionsverhandlungen

       

      Mehr als 2.800 Menschen nahmen an der Online-Kampagne "Worthalten – Kraftwerk Moorburg stoppen" des BUND teil. Sie erinnerten die Hamburger Grünen mit E-Mails an ihr Wahlversprechen, das Kraftwerk in Moorburg zu verhindern.

      Im November 2007 genehmigte die Stadt den vorzeitigen Baubeginn. Dabei wurde ausdrücklich betont, dass Vattenfall das Risiko trägt, falls die endgültige Genehmigung nicht erteilt wird: "Durch die Zulassung des vorzeitigen Beginns der Errichtung wird keine Genehmigung erteilt, sondern es werden umkehrbare Errichtungsmaßnahmen auf Risiko der Anlagenbetreiberin ermöglicht". Somit sind die Drohungen Vattenfalls nicht haltbar, die Stadt Hamburg wegen Bauverzögerung auf Schadensersatz in Milliardenhöhe zu verklagen.

       

      Studie: Kohlekraftwerk ist nicht rentabel

       

      Eine vom BUND in Auftrag gegeben Studie des ifeu-Instituts für Energie- und Umweltforschung und des arrhenius Instituts für Energie- und Klimapolitik belegt, dass bei der geplanten Weiterentwicklung des Emissionshandels das geplante Kohlekraftwerk im Jahr 2030 gegenüber einem Gaskraftwerk nicht mehr rentabel ist. Da die EU-Kommission erst Anfang dieses Jahres die vollständige Versteigerung der Emissionsrechte an Energieunternehmen forderte, ist es erstaunlich, dass Vattenfall am geplanten Kohlekraftwerk festhält. Eine Erklärung könnte sein, dass Vattenfall hofft, durch Lobbying die Klimaschutzziele der EU-Kommission aufzuweichen.

      Kontakt vor Ort

      BUND Hamburg
      Lange Reihe 29
      Tel.: 040/60 03 87-0
      E-Mail: bund.hamburg@bund.net



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