Steinkohlekraftwerk Emden

Im Februar 2008 kündigte der dänische Energieriese Dong Energy an, zusätzlich zum Standort Lubmin auch in Emden ein Kohlekraftwerk zu bauen. Es hätte mit einem jährlichen Ausstoß von 4,5 Mio. Tonnen CO2 zum Klimawandel beigetragen. Im Oktober 2009 zog Dong die Planungen für Emden zurück.

Pikant: Für diesen Neubau hätte das Unternehmen in Dänemark aufgrund gesetzlicher Effizienzauflagen keine Genehmigung erhalten. In Deutschland – kein Problem!

Im Überblick

    • Bundesland: Niedersachsen    
    • CO2-Ausstoß: 4,5 Mio. Tonnen pro Jahr
    • Baubeginn: 2012
    • Investitionssumme: ca. 1 Mrd. Euro
    • Typ: Steinkohleverbrennung
    • geplante Fertigstellung: 2015
    • Leistung: 800 MW
    • Investor: Dong Energy
    • Planung aufgegeben: Okt. 2009
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      Sieg für den Klimaschutz: Dong verzichtet auf Kohlekraftwerk in Emden

      Der dänische Staatskonzern Dong Energy will klimafreundlicher werden – und verzichtet deshalb auf Kohlekraftwerksprojekte, eins davon am Standort Emden. Der BUND begrüßte diese späte Einsicht des Konzerns, dass Klimaschutz und Kohlekraftwerke nicht zusammenpassen. Der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger forderte von Dong aber zugleich, auf alle neuen Kohlekraftwerke zu verzichten: "Dong plant weiterhin das 1.600 Megawatt Kohlekraftwerk in Lubmin, direkt am Greifswalder Bodden. Mit diesen Plänen zeigt der Konzern, dass er den Sinneswandel noch nicht vollzogen hat, und dass er die Schädigung des Klimas und der Natur am Bodden weiterhin ignorieren will."

      Dong, die in Dänemark keine Kohlekraftwerke mehr bauen dürfen, hatten jüngst angekündigt ihren Kraftwerkspark bis 2040 völlig umzubauen und vor allem auf Gas, Biomasse und Wind als Energiequellen zu setzen und so 85 Prozent weniger CO2  auszustoßen als heute. Im Zuge dieses Strategiewechsels wurden nun drei Kohlekraftwerksprojekte im Ausland gestoppt, nur am Standort Lubmin in Deutschland wird festgehalten. Der BUND ist mit seinem Landesverband Mecklenburg-Vorpommern gegen die Pläne aktiv und plant, gegen eine Genehmigung zu klagen.

      Mehr dazu beim Landesverband Mecklenburg-Vorpommern

      Oberbürgermeister gegen Kohle

      Die Bürgerinitiative "Saubere Luft Ostfriesland" kämpft gegen die Baupläne von Dong. Unterstützung erhält sie dabei von der Mehrheit der Emdener PolitikerInnen. Bis auf die CDU sind alle Parteien geschlossen gegen das Kohlekraftwerk. Der Oberbürgermeister von Emden, Alwin Brinkmann (SPD), spricht sich klar gegen das Kraftwerk aus: "Das wollen wir nicht haben, zumindest nicht auf dem Stand der Technik von heute".

      Kraftwerk könnte durch Bebauungsplan verhindert werden

      Die Stadt Emden kann durch Erlass eines Bebauungsplanes Einfluss auf die Zulassungsentscheidung für die Errichtung eines Kohlekraftwerks nehmen. Das ist das Ergebnis der planungsrechtlichen Analyse von Carsten Ilius von der Professur für Öffentliches Recht an der Technischen Universität Freiberg. Der Stadtrat Emden hat demnach die Möglichkeit, das Verfahren zu steuern und das Kohlekraftwerk zu verhindern.

      Ostfriesische Inseln fürchten um Tourismus

      Die Bürgermeister der ostfriesischen Inseln haben im April 2008 eine Resolution gegen die geplanten Kohlekraftwerke in Emden, Wilhelmshaven und Eemshaven verfasst, da sie sich um die negativen Auswirkungen der Kohlekraftwerke auf den Tourismus sorgen. Sollten die Neubaupläne weiterverfolgt werden, planen sie eine Klage gegen die Bauvorhaben, wobei sie sich zunächst auf das Kohlekraftwerk in Eemshaven konzentrieren wollen.

      Unterstützung von ungewohnter Seite – IHK gegen Kohlekraftwerk

      Auch die Industrie- und Handelskammer Ostfriesland fürchtet um den Status als "Modellregion für Energienutzung und Energieeffizienz" und spricht sich gegen die Genehmigung des beantragten Kraftwerks aus.

      Kontakt vor Ort

      BUND Niedersachen  
      Goebenstraße 3a
      3 01 61 Hannover
      Tel.: 05 11 / 9 65 69 -0
      bund.nds@bund.net

      Ansprechpartnerin: Dr. Marita Wudtke
      Tel: 0511/9 65 69 -18
      Marita.wudtke@bund.net



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