Steinkohlekraftwerke Brunsbüttel

Nachdem das AKW Brunsbüttel jahrelang wegen diverser Störfälle für Schlagzeilen sorgte, werden die Brunsbüttler auch nach dem Abschalten des Reaktors weiter im Ausnahmezustand leben: Gleich drei neue Kohlekraftwerke sollen hier auf Jahrzehnte die Umwelt mit Staub, Quecksilber und CO2 verschmutzen. Am weitesten sind die Pläne des belgischen Energiekonzerns GDF Suez gediehen, der schon alle Unterlagen für den Genehmigungsantrag eingereicht hat. Auch die Getec AG möchte ein 800-MW-Kraftwerk in der Nachbargemeinde Büttel bauen. Der größte Klimakiller soll das Kraftwerk von Südweststrom werden, welches bei einer Leistung von 1.800 MW jedes Jahr mehr als zehn Millionen Tonnen CO2 ausstoßen wird.

Konzern GDF Suez

    • Bundesland: Schleswig-Holstein    
    • CO2-Ausstoß: 4,5 Mio. Tonnen pro Jahr
    • geplanter Baubeginn: 2009
    • Investitionssumme: ca. 0,8 Mrd. Euro
    • Typ: Steinkohleverbrennung
    • geplante Fertigstellung: 2012
    • Leistung: 800 MW
    • Investor: GDF Suez
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      Bereits im Jahr 2005 begannen die Planungen von GDF Suez (vormals Electrabel), in Brunsbüttel ein neues Kohlekraftwerk zu bauen. Schnell formierte sich vor Ort entschiedener Widerstand: Die "Bürgerinitiative Gesundheit und Klima Unterelbe" (BIGKU) protestiert gegen die zusätzliche Belastung durch Kohleabgase, informiert über die Gefahren des Feinstaubs und organisiert Demonstrationen.

      Gegensätzlicher Zwilling

      Als Reaktion auf eine Wurfsendung des schleswig-holsteinischen Wirtschaftsministeriums, welche für den Neubau der Kraftwerke wirbt, veröffentlichte die Bürgerinitiative eine fast identisch aussehende Broschüre mit den Ergebnisse von unabhängigen Untersuchungen über die zu erwartenden Umweltauswirkungen.

      Weihnachtsgeschenk für Kohlekraftwerksgegner: Kohlekraftwerk in Brunsbüttel verhindert

      Ende 2010 teilte der französische Energiekonzern GDF Suez mit, dass er sein Kohlekraftwerksprojekt in Brunsbüttel aufgibt.

      Ende 2010 teilte der französische Energiekonzern GDF Suez mit, dass er sein Kohlekraftwerksprojekt in Brunsbüttel aufgibt. "Das Kohleprojekt Brunsbüttel wird nicht weiterverfolgt", sagte eine Sprecherin von GDF Suez Energie Deutschland laut Presseberichten.

      "Langsam zerbröseln die großen Ausbaupläne der Kohle-Lobby, das motiviert, den breiten Widerstand aufrechtzuerhalten", freut sich Carl-Heinz Christiansen vom BUND-Landesvorstand Schleswig-Holstein und stellt fest: "Die Zukunft gehört eben doch den Erneuerbaren Energien."

      Ursprünglich wollte GDF Suez ein 800-MW-Steinkohlekraftwerk bis 2012 in Brunsbüttel fertiggestellt haben. Der Bebauungsplan für das Kraftwerk wurde bereits verabschiedet und das Genehmigungsverfahren lief. Doch aus mehreren Gründen hat sich das Unternehmen von dem Vorhaben nun verabschiedet:

      • Das gewünschte Maß an Rechtssicherheit sei nicht erreicht worden. Hier spielten der Widerstand in der Bevölkerung, zeitliche Verzögerungen sowie eine Normenkontrollklage gegen den Bebauungsplan, der das 800-MW-Kohlekraftwerk ermöglichen sollte, eine wichtige Rolle.
      • Ein Partner zur Verwirklichung des Projektes konnte nicht gefunden werden.
      • Die Planungsaufwendungen seien höher gewesen als ursprünglich in den Planungen kalkuliert.

      Mit der Absage des Projektes bleiben der Umwelt 4,5 Millionen Tonnen CO2 jährlich erspart, bei einer durchschnittlichen Laufzeit von 40 Jahren eines Kohlekraftwerkes entspricht das 180 Millionen Tonnen CO2 – ein großer Erfolg für den Klimaschutz.

      Konzern Südweststrom

        • Bundesland: Schleswig-Holstein    
        • CO2-Ausstoß: 9 Mio. Tonnen pro Jahr
        • geplanter Baubeginn: 2009
        • Investitionssumme: ca. 3 Mrd. Euro
        • Typ: Steinkohleverbrennung
        • geplante Fertigstellung: 2013
        • Leistung: 1800 MW
        • Investor: SWS Südweststrom / Iberdrola
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          Beteiligte Stadtwerke: vollständige Liste vom Mai 2008
          Die technischen Werke Schussental, die Stadtwerke Konstanz und die Stadtwerke Hammelburg sind wegen ökologischer Bedenken ausgestiegen.

          Zusammen mit dem spanischen Energieriesen Iberdrola beschloss der Stadtwerkeverbund Südweststrom im Jahr 2006, ein Kohlekraftwerk in Brunsbüttel zu bauen. Schnell formierte sich vor Ort entschiedener Widerstand: Die "Bürgerinitiative Gesundheit und Klima Unterelbe" (BIGKU) protestiert gegen die zusätzliche Belastung durch Kohle-Abgase, informiert über die Gefahren des Feinstaubs und organisiert Demonstrationen.

          Stadtwerkebeteiligungen wanken – kippt das Kraftwerk?

          Zahlreiche Stadtwerke wollen sich als Investoren an diesem Kraftwerk beteiligen. Sogar die von grünen Bürgermeistern regierten Städte Tübingen und Konstanz planen, Geld für den Klimakiller in Brunsbüttel auszugeben. Bürgerproteste vor Ort haben nun erste Erfolge erzielt: Nach wiederholten Anfragen der Grünenfraktion im Stadtrat zogen die Technischen Werke Schussental im April 2008 ihre Beteiligung an Brunsbüttel zurück und investieren das Geld stattdessen in erneuerbare Energien. Der Gemeinderat Konstanz folgte Ende Juni und beendete die Beteiligung der Stadtwerke Konstanz; die Stadtwerke Hammelburg stiegen am 8. Juli 2008 aus dem Projekt aus. Je mehr Stadtwerke sich zurückziehen, desto schwieriger wird die Beteiligung für die Übriggebliebenen – wird auf diese Art das gesamte Kraftwerksprojekt kippen?

          Konzern Getec

            • Bundesland: Schleswig-Holstein    
            • CO2-Ausstoß: 4,5 Mio. Tonnen pro Jahr
            • geplanter Baubeginn: 2009
            • Investitionssumme: ca. 1 Mrd. Euro
            • Typ: Steinkohleverbrennung
            • geplante Fertigstellung: 2013
            • Leistung: 800 MW
            • Investor: Getec AG
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              Im Dezember 2007 wurde der Genehmigungsantrag gestellt, die notwendigen Unterlagen wurden jedoch noch nicht eingereicht. Ob Getec versucht, die Bürgerproteste gegen die anderen Kraftwerke auszusitzen und dann überraschend den eigenen Antrag durchzuziehen, bevor sich der Protest neu formieren kann?

              Kontakt vor Ort

              BUND Schleswig-Holstein      
              Lerchenstr. 22
              24103 Kiel
              Tel. 0431/6 60 60 -0
              E-Mail: bund-sh@bund-sh.de

              Ansprechpartner: Hans Jörg Lüth
              Tel.: 0431/6 60 60 -10
              E-Mail: hans-joerg.lueth@bund-sh.de



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