Der Klimawandel bedroht uns alle, aber die Ärmsten am meisten

Die Folgen des Klimawandels bedrohen unseren Planeten. Steigende Meeresspiegel, extreme Wetterereignisse wir Stürme, Überschwemmungen und Dürren zerstören unsere Lebensgrundlagen. Schon jetzt sterben jährlich Hunderttausende Menschen an Hunger, Wasserknappheit und durch Umweltkatastrophen, die mit dem Klimawandel in Verbindung gebracht werden können. Und der Klimawandel ist ungerecht. Die Folgen treffen vor allem die ärmsten Länder und die ärmsten Menschen.

Traurige Rekorde

Die globalen Temperaturen sind im Vergleich zur Zeit vor der Industrialisierung bereits um 0,8 Grad angestiegen. Wissenschaftler gehen davon aus, dass die Temperaturen aufgrund der jetzigen Konzentration an Klimagasen in der Atmosphäre um weitere 0,6 Grad ansteigen werden.

Dieser Temperaturanstieg verändert unsere Erde und gefährdet zentrale Ökosysteme. Die Arktis ist ein wichtiger Indikator für das Fortschreiten des Klimawandels. Im Juli 2011 ist das Meereis in der Arktis so weit abgeschmolzen wie noch nie in einem Vergleichsmonat seit Beginn der Aufzeichnungen 1970. Die Ausdehnung der Eisschicht in der Arktis in den Sommermonaten ist heute nur halb so groß wie vor sechzig Jahren.

Klimawandel vor Ort – zum Beispiel Tadschikistan

Die Menschen in Tadschikistan, einem kleinen Land in Zentralasien, sind schon jetzt vom Klimawandel betroffen. Die Gletscher in den Gebirgen schmelzen und die Durchschnittstemperatur ist in vielen Gegenden des Landes in den letzten 65 Jahren um mehr als ein Grad gestiegen. Dürreperioden kommen häufiger vor und halten länger an, Hitzewellen und Wasserknappheit treffen vor allem die ärmsten Menschen.

Pamir-Gebirge im Osten Tadschikistans, © istockphoto.com / himagine

Dürreperioden im Jahr 2000 und 2008, besonders hohe Temperaturen im Frühling und ausbleibender Regen im Sommer zerstören immer wieder ganze Ernten. Tadschikistan ist ein armes Land. Zwei Drittel der Einwohner lebt von der Landwirtschaft und viele haben kaum mehr als einen Dollar täglich zur Verfügung.

Das Schicksal der Menschen in Tadschikistan rückt die globale Ungerechtigkeit des Klimawandels in unser Blickfeld. Tadschikistan ist eines der Länder, das am wenigsten zum Klimawandel beigetragen hat. Die Pro-Kopf-Emissionen von Tadschikistan liegen bei einer Tonne CO2 pro Jahr, der durchschnittliche Deutsche verursacht dagegen pro Jahr etwa zehn Tonnen CO2 Emissionen.

Um die katastrophalsten Folgen des Klimawandels zu verhindern müssen wir die globale Erwärmung so niedrig wie möglich halten. Je weniger die Temperaturen ansteigen, desto geringer werden die Gletscher schmelzen und die Meeresspiegel ansteigen, desto weniger Ernten werden vernichtet und Lebensräume von Menschen und Tiere zerstört. Da der Klimawandel die Ärmsten am stärksten trifft, ist das Eindämmen des Klimawandels vor allem eine Frage der globalen Gerechtigkeit.

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