Motoren füttern oder Mägen füllen?

Der Anbau von Agrokraftstoffen und Futtermitteln für den europäischen Markt wird zu einer immer größeren Bedrohung für die Biodiversität. Besonders gravierend ist die Umwandlung von naturnahen Lebensräumen in Monokulturen und die damit verbundene Vernichtung von Regenwäldern.

Schädliche Zertifikate

Ebenso zerstörerisch ist dabei die indirekte Landnutzungsänderung, wenn durch den Anbau von Palmöl oder Soja die Produktion von Nahrungsmitteln in naturnahe Lebensräume abgedrängt und lokale und indigene Gemeinden vertrieben werden.

Bestehende Nachhaltigkeits-Zertifizierungen, zum Beispiel im Round Table for Sustainable Soy, berücksichtigen keine Sozialstandards und tragen nicht oder kaum zum Klimaschutz bei. Solange sich dies nicht ändert, lehnt der BUND die Beimischungspflicht für Agrotreibstoffe und deren Zertifizierung ab.

Protest gegen gentechnisch modifizierte Organismen in Frankreich 2003,

Die EU importiert jährlich mehr als 34 Millionen Tonnen Futter-Soja, um in industriellen Mastställen weit mehr Fleisch zu produzieren als hierzulande gegessen werden kann. Diese Massentierhaltung ist eine Hauptursache für Klima-, Wasser- und Bodenbelastungen. Die Haltungsbedingungen verursachen vielfaches Tierleid. In den Herkunftsländern der meist gentechnisch veränderten Soja, vor allem in Südamerika, werden oft große Mengen hochgiftiger Herbizide versprüht. Die Menschen, die in den "Soja-Gebieten" leben, besonders Kinder, leiden massiv unter den Vergiftungen. Mit Friends of the Earth zeigen wir in Studien die verheerenden Auswirkungen von Sojaplantagen in armen Ländern, die für die europäische Massentierhaltung ausgeweitet werden. Der BUND fordert von Brüssel und Berlin den Boom der Fleischproduktion zu stoppen, statt zu subventionieren.



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