Schönauer: "Für industrielle Monokulturen wird viel Grundwasser verbraucht. Häufig werden besonders durstige Nutzpflanzen wie Reis, Zuckerrohr oder Baumwolle in sehr trockenen und heißen Regionen angebaut. Durch ihren hohen Wasserbedarf werden die Grund- und Trinkwasservorräte übernutzt."
Die Bewässerungslandwirtschaft verbrauche in einzelnen Regionen bis zu 95 Prozent der Wasservorräte. In der Folge litten traditionell wirtschaftende kleinere Agrarbetriebe, die Landbevölkerung wandere in die Städte ab.
Durch den verstärkten Einsatz von Düngemitteln und Pestiziden, die in das Grundwasser sowie in Flüsse und andere Gewässer gelangen, werden große Mengen des wertvollen Lebensmittels Nummer 1 unbrauchbar. Auch die Verschmutzung durch ungeklärte Abwässer aus Privathaushalten und Industrie verschärft die Situation weiter. Vor allem in Schwellenländern mit wachsender Industrie und Bevölkerung sei die Infrastruktur für die Trinkwasserversorgung und die Abwasserentsorgung stark vernachlässigt worden, sagt der BUND-Experte Schönauer.
Auf dem Millenniumsgipfel im Jahr 2000 hatten die Vereinten Nationen beschlossen, bis zum Jahr 2015 den Anteil jener Menschen, die keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser haben, um die Hälfte zu reduzieren. Laut den Zwischenberichten der UN wurde dieses Ziel bisher lediglich zur Hälfte erreicht. Vor allem in den am stärksten betroffenen Regionen Asiens, Afrikas, Lateinamerikas und der Karibik müssen deshalb die Anstrengungen zum Gewässerschutz und zum Ausbau der Sanitäranlagen deutlich verstärkt werden.
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