In der Praxis entstehen durch den CDM äußerst absurde Situationen. Beispielsweise will RWE in der chinesischen Stadt Ningbo ein besonders "effizientes" Kohlekraftwerk errichten und sich dafür Zertifikate für 460.000 Tonnen CO2 pro Jahr anrechnen lassen. Das bedeutet, dass RWE die Klimaschutz-Vorgaben für seine deutschen Kohlekraftwerke mit CO2-Zertifikaten neuer Kohlekraftwerke in China begleichen will.
Trotz besonders "penetranter Lobbyarbeit" (ehemaliger Umweltminister Gabriel) konnte RWE-Chef Großmann nicht verhindern, dass die Energiekonzerne ab 2013 für alle Verschmutzungsrechte bezahlen müssen. Allerdings errang er zumindest einen Teilerfolg. Der persönliche Einsatz der Kanzlerin auf EU-Ebene sorgte dafür, dass der Neubau von Kohlekraftwerken künftig subventioniert werden kann — mit Einnahmen aus dem Emissionshandel. Folglich sollen aufgrund der Lobby von RWE & Co. Klimagelder auch in Klimakiller fließen können.
Diese Beispiele zeigen: RWE hat den "Worst Lobbying Award" wirklich verdient! Weitere Informationen und Hintergründe zum Preisträger RWE.