Verbranntes Land – Shells Ölförderung in Nigeria

Kinder am Niger-Delta, die auf eine Gas-Fackel der Firma Shell schauen. Foto: E. Gilligan/Friends of the Earth

Um aus Erdöl Kraftstoffe zu gewinnen, muss dieses u.a. von Gasen – z.B. Methan – befreit werden. Die billigste und gleichzeitig (umwelt)schädlichste Methode, dies zu tun, ist die offene Verbrennung der im Rohöl enthaltenen Gase. 

Die hierbei entstehenden Treibhausgase tragen zu einem sehr großen Teil zu den CO2-Emissionen in der Sub-Sahara bei. Außerdem werden bei der Verbrennung Schwefel, Stickstoff und krebserregende Substanzen wie Benzol freigesetzt ein giftiger Cocktail für die Lungen der  Menschen, die in den umliegenden Dörfern leben. 

Obschon die Abfackelung von Gas in Nigeria seit 1984 verboten ist, gibt es bis heute zahlreiche Stellen, an denen die Erde brennt. 

Leckage – auslaufendes Öl verseucht Wasser und Erde

Doch damit nicht genug. Durch Lecks in den Öl-Pipelines, die das Öl von den Fördertürmen zu den Export-Terminals transportieren, werden Fischergründe und landwirtschaftliche Flächen ruiniert. Viele Menschen im Nigerdelta haben ihre Existenzgrundlage verloren. 

Wie die UNEP berichtet, ist das Ausmaß enorm. Das Umweltprogramm der Vereinten Nationen sagt, dass die größte und langwierigste Reinigungsaktion notwendig ist, um Felder, Flüsse und Mangrovenwälder wieder in einen gesunden und produktiven Zustand zu versetzen. Der im August 2011 veröffentliche UNEP-Bericht veranschlagt Anfangskosten von einer Milliarde Dollar und geht von einem Zeitraum von 30 Jahren aus. Der Boden auf einer Fläche so groß wie Portugal gilt als zerstört.

Vor Gericht – Friends of the Earth verklagt Shell

In den Niederlanden – dem Hauptsitz von Shell – steht der Ölkonzern vor Gericht. Friends of the Earth Niederlande klagt die Firma wegen fahrlässiger Gefährdung der Bevölkerung und unterlassener Sorgfaltspflicht an. Doch die Gerichtsmühlen mahlen langsam und das Urteil ist erst 2015 zu erwarten. Daher fordern wir Shell schon heute auf, die zerstörte Natur in Nigeria wiederherzustellen. 

Links und Dokumente



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