Produkte von Tieren, die mit gentechnisch veränderten Futterpflanzen gemästet wurden, sind nicht kennzeichnungspflichtig. Bisher tappten Verbraucher bei konventionell erzeugten tierischen Produkten wie Milch, Fleisch und Eiern daher vollkommen im Dunkeln, ob die Tiere gentechnisch verändertes Futter bekommen haben oder nicht. Nur der Bauer weiß, was er verfüttert – VerbraucherInnen erhalten diese Information nicht.
Diese Lücke schließt die neue deutsche "Ohne Gentechnik"-Verordnung. Seit dem 1. Mai 2008 können Lebensmittelhersteller ihre Produkte mit dem Hinweis "ohne Gentechnik" versehen. "Ohne Gentechnik" heißt, dass Tiere den größten Teil ihres Lebens keine Gentech-Pflanzen im Trog hatten. VerbraucherInnen können somit erstmals auch bei tierischen Produkten wählen, ob sie Gentechnik im Futtertrog akzeptieren oder nicht. Die Kennzeichnung ermöglicht VerbraucherInnen auch, mit ihrer Kaufentscheidung zu beeinflussen, ob gentechnisch veränderte Pflanzen angebaut werden oder nicht.
Die Kennzeichnung ist freiwillig. Im August 2009 hat Bundeslandwirtschaftsministerin Aigner ein offizielles einheitliches Siegel vorgestellt. Es soll die verschiedenen, bereits existierenden Siegel ablösen und dem Verbraucher eine schnelle Orientierung ermöglichen. Wie viele Unternehmen es nutzen, ist offen.