Kennzeichnung von Gentech-Produkten

Ein gentechnisch verändertes Lebensmittel ist mit bloßem Auge nicht zu erkennen. Wir sind also ganz auf die Kennzeichnung angewiesen. Seit April 2004 regelt das EU-Recht verbindlich für alle Mitgliedstaaten, dass Lebens- und Futtermittel mit Gentech-Anteilen über 0,9 Prozent auf der Zutatenliste als "genetisch verändert" ausgewiesen werden müssen. Unterhalb von 0,9 Prozent sind Produkte nur dann von der Kennzeichnungspflicht ausgenommen, wenn ihre Hersteller nachweisen können, dass die gentechnische Verunreinigung "zufällig" und "technisch unvermeidbar" war.

Die Kennzeichnungspflicht greift auch in Kantinen und Gaststätten. Und sie gilt genauso für unverpackte Lebensmittel. Bisher sind in der EU fast keine gekennzeichneten Lebensmittel auf dem Markt. Der Grund: Lebensmittelindustrie und -handel wissen, dass 80 Prozent aller Verbraucher in Deutschland strikt gegen Gentechnik im Essen sind. Die übrigen 20 Prozent sind nicht etwa dafür, sondern gleichgültig.

Aus Liebe zur Natur. "Ohne Gentechnik"

Das einheitliche "Ohne Gentechnik"-Siegel.

Produkte von Tieren, die mit gentechnisch veränderten Futterpflanzen gemästet wurden, sind nicht kennzeichnungspflichtig. Bisher tappten Verbraucher bei konventionell erzeugten tierischen Produkten wie Milch, Fleisch und Eiern daher vollkommen im Dunkeln, ob die Tiere gentechnisch verändertes Futter bekommen haben oder nicht. Nur der Bauer weiß, was er verfüttert – VerbraucherInnen erhalten diese Information nicht.

Diese Lücke schließt die neue deutsche "Ohne Gentechnik"-Verordnung. Seit dem 1. Mai 2008 können Lebensmittelhersteller ihre Produkte mit dem Hinweis "ohne Gentechnik" versehen. "Ohne Gentechnik" heißt, dass Tiere den größten Teil ihres Lebens keine Gentech-Pflanzen im Trog hatten. VerbraucherInnen können somit erstmals auch bei tierischen Produkten wählen, ob sie Gentechnik im Futtertrog akzeptieren oder nicht. Die Kennzeichnung ermöglicht VerbraucherInnen auch, mit ihrer Kaufentscheidung zu beeinflussen, ob gentechnisch veränderte Pflanzen angebaut werden oder nicht.

Die Kennzeichnung ist freiwillig. Im August 2009 hat Bundeslandwirtschaftsministerin Aigner ein offizielles einheitliches Siegel vorgestellt. Es soll die verschiedenen, bereits existierenden Siegel ablösen und dem Verbraucher eine schnelle Orientierung ermöglichen. Wie viele Unternehmen es nutzen, ist offen.



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Forscher mit Reagenzglas, Foto: www.bilderbox.com

Die Studie belegt: Das Hauptinteresse an der Gentechnik kommt aus der agrochemischen Industrie. Die Heilsversprechen der Gentechnik-Konzerne sind unrealistisch.

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