Gentechnik in der Landwirtschaft bedroht die Artenvielfalt

Artenvielfalt: Insekten auf Distel, Foto: www.istockphoto.com/brytta

Gentechnisch veränderte Pflanzen sind für eine Landwirtschaft gemacht, deren Vorbild die industrielle Produktion ist. Große Flächen, auf denen Jahr um Jahr dieselbe Feldfrucht angebaut wird, lassen sich kaum effizienter bewirtschaften. Effizienz heißt: Senkung der Produktionskosten durch Einsparung von Arbeitskräften, Treibstoff und Maschinen und Sicherung des Ertrags über die Größe der bewirtschafteten Flächen, nicht über den einzelnen Hektar. Solche Monokulturen führen per se zu einem Verlust der Artenvielfalt. Außerdem sind sie anfälliger für Schädlingsbefall und Krankheiten, wodurch sich der Pestizideinsatz erhöht.

Gentech-Pflanzen: Gefahr durch Auskreuzung und Durchwuchs

Gentechnisch veränderte Organismen leben. Anders als Chemikalien können sie sich vermehren, verändern, genetisch austauschen, ausbreiten und in Wechselwirkungen mit anderen Organismen treten. Einmal in die Umwelt entlassen, sind sie praktisch nicht mehr rückholbar. Wie lange gentechnisch veränderte Pflanzen beziehungsweise ihre Gene in der Umwelt überdauern, hängt von vielen Faktoren ab: die Größe der mit Gentech-Pflanzen bestellten Felder, Häufigkeit ihres Anbaus – ein Jahr, einige oder viele Jahre -, Nachbarschaft mit kreuzungsfähigen Kultur- und Wildpflanzen, Menge des Pollens, den sie produzieren und seine Verbreitung durch Wind und Insekten. Und natürlich hängen Verbreitung und Überdauerung auch von der Pflanzenart ab. Mehr...

Ein Agrarfluzeug beim Spritzen eines Baumwollfeldes in Brasilien. Foto: F. Weberich/www.sxc.hu
Baumwollfelder soweit das Auge reicht. Aus der Luft werden sie mit Pestiziden behandelt. Foto: F. Weberich

Herbizidresistente Gentech-Pflanzen: mehr Gift auf dem Acker

Gentechnisch veränderte Pflanzen verfügen über zwei Eigenschaften: Herbizidresistenz (etwa 61% aller gentechnisch veränderten Pflanzen) und Insektenresistenz (etwa 17%) oder sie vereinen beide in einer Pflanze (etwa 22%).

Über 80 Prozent aller Gentech-Pflanzen sind herbizidresistent. Herbizidresistente Pflanzen überstehen die Anwendung eines Totalherbizids, d.h. im Gegensatz zu allen anderen Pflanzen auf dem Acker sterben sie nicht ab, wenn sie mit Unkrautvernichtungs- mitteln besprüht werden. Derzeit auf dem Markt: Soja, Mais, Baumwolle, Luzerne, Zuckerrübe und Raps, die gegen Roundup von Monsanto und Liberty Link von Bayer resistent sind. Herbizidresistente Pflanzen bedrohen die Artenvielfalt und erhöhen den Gifteinsatz auf dem Acker. Mehr...

Insektentolerante Gentech-Pflanzen: Nutzinsekten in Gefahr

Insektenresistente Pflanzen bilden während der gesamten Vegetationsperiode in jeder ihrer Zellen das Gift des Bodenbakteriums Bacillus thuringiensis. Die sogenannten Bt-Pflanzen töten Insekten, die von ihnen fressen. Derzeit auf dem Markt: Mais und Baumwolle. Insektenresistente Pflanzen erhöhen die Giftkonzentration auf dem Acker und schädigen Nutzinsekten. Mehr...



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Forscher mit Reagenzglas, Foto: www.bilderbox.com

Die Studie belegt: Das Hauptinteresse an der Gentechnik kommt aus der agrochemischen Industrie. Die Heilsversprechen der Gentechnik-Konzerne sind unrealistisch.

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