Nachhaltige Gentech-Soja – ein Fall von Verbrauchertäuschung

Im Frühsommer 2011 soll gentechnisch veränderte Soja aus Südamerika im grünen Mäntelchen der Nachhaltigkeit  auf den EU-Markt kommen  – mit neuem Label als "verantwortungsbewusst" etikettiert. Dahinter steht der "Runde Tisch für verantwortungsbewusste Soja" (RTRS).

Der "Runde Tisch für verantwortungsbewusste Soja" (oder Round Table on Responsible Soy, RTRS) ist ein Zusammenschluss hauptsächlich von Unternehmen, die am Wachstum des Sojamarktes ein ureigenes Interesse haben und ihr Geschäftsmodell auf Dauer absichern wollen. Dem RTRS gehören unter anderen Sojaproduzenten aus Argentinien, Brasilien und China an, des weiteren Gentechnik- und Agrarchemieunternehmen wie Monsanto, Bayer und Syngenta, Ölfirmen wie BP und Shell, die weltweit größten Händler von agrarischen Rohstoffen ADM, Bunge und Cargill sowie die Umweltstiftung WWF International.

Das vorgebliche Ziel des "Runden Tisches für verantwortungsbewusste Soja" ist es, die Produktion von Soja nachhaltiger zu gestalten. Der WWF will durch sein Engagement am Runden Tisch den Regenwald und weitere besonders wertvolle Naturschutzflächen davor bewahren, dem Sojaanbau zum Opfer zu fallen. Der RTRS löst kein einziges mit dem Anbau von Gentech-Soja verbundenes Problem:

Sojabohnenanbau, Foto: F. Weberich

Verantwortungsloser Soja-Anbau in Südamerika wird fortgesetzt

In Südamerika wird Soja für Tierfutter in riesigen Monokulturen angebaut. Dabei werden große Mengen hochgiftiger Herbizide versprüht, zumeist auf Gentech-Pflanzen. Diese überstehen im Gegensatz zu allen anderen Pflanzen auf dem Acker die Anwendung von Totalherbiziden. Geschädigt hingegen werden die Menschen, die in den Soja-Gebieten leben. Besonders gefährdet sind Kinder.

Um die Sojaproduktion weiter auszudehnen, werden Kleinbauern und indigene Gemeinschaften von ihrem Land vertrieben. Wälder oder andere wertvolle Naturräume werden zerstört, der Anbau von Gentech-Soja wird weiter ausgedehnt. Soja mit dem RTRS-Label stoppt diese Entwicklung nicht. Deshalb hat eine Vielzahl von Organisationen, so der BUND und sein internationales Netzwerk "Friends of the Earth", das RTRS-Label als "irreführend" und als Versuch von "greenwashing" gebrandmarkt.

Verantwortungslose Massentierhaltung in Europa wird fortgesetzt

Mehr als 34 Millionen Tonnen Soja werden jedes Jahr nach Europa importiert. Zumeist landet es als Futter in den Trögen von Tieren, die in industriellen Anlagen gehalten werden. Diese Anlagen verunreinigen nicht nur Wasser, Böden und Luft, die Haltungsbedingungen verursachen zudem vielfaches Leiden von Tieren.

Der Großteil konventionell erzeugter Milchprodukte und Fleisch sowie Eier stammt von Tieren, die mit gentechnisch veränderter Soja gefüttert worden sind. Davon jedoch erfahren Verbraucher nichts, denn diese Erzeugnisse tragen kein Gentech-Label.  Die Ausbeutung natürlicher Ressourcen in Ländern des Südens, die eine Überproduktion von tierischen Produkten in Ländern des Nordens ermöglicht, ist weder "verantwortungsbewusst" noch "nachhaltig".

Was können Sie tun?

Sie sind mit dem BUND der Meinung, dass Gentech-Soja niemals "verantwortungsbewusst" sein kann? Sie möchten verhindern, dass Gentech-Soja mit einem Nachhaltigkeits-Label auf den EU-Markt gelangt? Dann schreiben Sie eine E-Mail an die großen europäischen Supermarktketten.  Aus Deutschland sind dabei: Aldi, Hofer, Lidl, Metro, Rewe-Gruppe.

Hier geht's direkt zur E-Mail-Aktion: www.toxicsoy.org 

Mehr Informationen:



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Forscher mit Reagenzglas, Foto: www.bilderbox.com

Die Studie belegt: Das Hauptinteresse an der Gentechnik kommt aus der agrochemischen Industrie. Die Heilsversprechen der Gentechnik-Konzerne sind unrealistisch.

Anfangsbild des Films "Vergiftetes Land". Umrisse von Südamerika.

Neuer Film zu den Folgen des Soja-Anbaus.

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