Pestizideinsatz überall: auf dem Acker, im Wald, im Park und im Garten

Traditionelles Haupteinsatzgebiet von Pestiziden ist die Landwirtschaft, wo Ernteerträge maximiert und Ausfälle vermieden werden sollen. Aber auch im Wald wird gespritzt, um anfällige Monokulturen vor Borkenkäfern und anderen Insekten zu schützen. Städte und Gemeinden setzen Gift ein, um beispielweise Wege krautfrei oder Friedhöfe mäusefrei zu halten. Und auch mancher Hobbygärtner greift zum Allround-Pflanzenkiller Roundup aus dem Gartencenter, damit die Parzelle schön ordentlich und unkrautfrei erstrahlt.

  • Pestizide spritzen per Traktor, Foto: Mike Dabell / istockphoto.com
  • Pestizideinsatz im Wald per Helikopter, Foto: Larry R. Barber, USDA Forest Service, Bugwood.org
  • Pestizideinsatz im Blumenbeet, Foto: Roz Allen / flickr.com
  • Hand mit Spritzflasche über Rasen, Foto: Sven Hoppe / istockphoto.com

Pestizideinsatz in der Landwirtschaft, im Wald, im Park und im privaten Garten

In Land- und Forstwirtschaft werden Pestizide vor allem aus wirtschaftlichen Gründen eingesetzt. Der Pestizideinsatz in Kommunen und im privaten Gartenbereich hat ein etwas anderes zentrales Motiv: Hier geht es meist vor allem um ästhetisch motivierte Anliegen wie unkrautfreie Beete, Wege und Straßen. Allerdings spielen auch hier ökonomische Erwägungen hinein, denn befestigte Wege und Straßen können durch Wildpflanzen tatsächlich beschädigt werden.

Das Gift der Wahl: Was sind eigentlich Pestizide?

Als Pestizide werden viele unterschiedliche chemisch-synthetische Stoffe und Stoffkombinationen bezeichnet, die giftig auf im jeweiligen Anwendungsbereich unerwünschte Organismen (Tiere oder Pflanzen) wirken. Der Begriff "Pestizide" stammt vom englischen Wort "pests" (Schädlinge). Man kann die Pestizide nach Einsatzzweck unterteilen: in sogenannte "Pflanzenschutzmittel" im Agrar-, Forst- und Gartenbereich einerseits – und Biozide zur Bekämpfung unerwünschter Lebewesen im Haushalt, beispielsweise das Giftarsenal der Kammerjäger. Außerdem werden die Gifte nach "Ziel-Organismen" eingeteilt. So gibt es etwa Insektizide (gegen Insekten), Herbizide (gegen Pflanzen), Fungizide (gegen Pilze) und weitere.

Roundup-Spritzflasche für den Privatgebrauch, Produktfoto von www.pflanzenschutz.de

Die Wirkungsweise und Zielgenauigkeit kann dabei sehr unterschiedlich sein. Stark verbreitet sind sogenannte "Breitband-Herbizide" wie etwa Glyphosat, das weltweit vom Chemieriesen Monsanto unter dem Namen "Roundup" in verschiedenen Varianten vermarktet wird. Glyphosat ist giftig für alle Grünpflanzen. Das Glyphosat-Pestizid Roundup wird nicht nur für die Land- und Forstwirtschaft, sondern auch für den Privatgebrauch im Garten angeboten (siehe Roundup-Werbespot im Kasten rechts).

Andere Pestizide werden von den (Nutz-) Pflanzen aufgenommen und machen diese damit giftig für Insekten wie etwa Blattläuse. Ein Beispiel ist das noch relativ neue Nervengift Clothianidin von Bayer, das allerdings nicht nur für "Schädlinge" tödlich ist, sondern auch für Bienen – und auf die wiederum ist die Landwirtschaft selbst angewiesen. Neueste Agro-Pestizide setzen auch auf die Nanotechnologie, was zusätzliche unbekannte Risiken für Natur und Umwelt bedeutet.

Produktfoto Roundup-Spritzflasche: www.pflanzenschutz.de



Roundup-Reklame (engl.)

Bringt es auf den Punkt: Martialischer Pestizid-Werbespot aus den USA.

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