Mehr Infos zur Pestizidfreien Woche auf www.pesticideactionweek.org

Pestizide: Gift für die biologische Vielfalt

Pestizide, von der chemischen Industrie lieber "Pflanzenschutzmittel" genannt, sind ganz besondere Giftcocktails, die mit voller Absicht großflächig in der Umwelt verteilt werden. Denn schließlich ist genau das ihr Zweck: Pflanzen und Tiere zu vergiften, zu töten, am Wachstum zu hindern. Natürlich alles zum Nutzen einer möglichst effizienten Land- und Forstwirtschaft, für ordentliche Gärten, Wege, Parks und Grünanlagen. Vergiften sollen die Pestizide eigentlich nur "Schädlinge" wie bestimmte Insekten oder "Unkräuter", und das auch nur auf den behandelten Ackerflächen. 

Doch so exakt lässt sich die Wirkung der Gifte nicht kontrollieren. Pestizide sind eine große Gefahr für die biologische Vielfalt. Wo sie eingesetzt werden, nimmt die Vielfalt rapide ab. Und das nicht nur auf den Äckern. Etliche Tier- und Pflanzenarten sind stark gefährdet durch den flächendeckenden Einsatz von Pestiziden vor allem in der Landwirtschaft, aber auch in Wäldern, in Parks und Grünanlagen, auf Wegen und Plätzen sowie in privaten Gärten und Kleingärten.

  • Bedroht: Feldhase, Foto: Niko Korte / pixelio.de
  • Bedroht: Blühstreifen mit Kornblume und Kamille am Ackerrand, Foto: Sebastian_Wallroth (Public Domain)
  • Teichrohrsänger füttert Kuckuck, Foto: Per H. Olsen / Wikipedia
  • Bedroht: Biene, Foto: JPW. Peters / pixelio.de

Bedroht durch Pestizide: Feldhase, Blütenvielfalt am Ackerrand, Kuckuck, Biene

Denn häufig hat der Einsatz von Pestiziden eine Kettenreaktion für die biologische Vielfalt zur Folge: Werden etwa bestimmte Insekten als "Schädlinge" radikal dezimiert, fehlt damit die Nahrungsgrundlage für andere Tiere, die selbst nicht direkt von den Giften betroffen sind. Doch ohne Nahrung sind auch sie bedroht und verschwinden – was dann wieder für die nächste Art in der Nahrungskette fatal ist. Bei uns erfahren Sie, welche Arten besonders durch Pestizide gefährdet sind.

Weltweites Bienensterben durch Pestizide

Dramatisch ist das durch einige Pestizide (Neonicotinoide) verursachte Bienensterben. Denn Bienen bestäuben die Blüten vieler Kultur- und Wildpflanzen und sind damit direkt sowohl für Ernteerträge als auch für die biologische Vielfalt verantwortlich.

Alte Hand-Pestizid-Spritze, Foto: Daboost / istock.com

Und auch bei uns Menschen kommen die giftigen Pestizide auf direktem und indirektem Weg an. Sie befinden sich als Rückstände auf und in Nahrungsmitteln, außerdem sind sie inzwischen nahezu weltweit in der Umwelt und damit etwa auch in unserem Trinkwasser vorhanden. Noch viel stärker sind Bauern und Bäuerinnen den Giften bei der Anwendung ausgesetzt, besonders in ärmeren Regionen der Welt.

Der stumme Frühling: Pestizide waren Auslöser der Umweltbewegung

Pestizide rückten erstmals 1962 als große Gefahr für Mensch und Natur ins öffentliche Bewusstsein. Damals erschien das Sachbuch "Der Stumme Frühling" (Silent Spring) der Biologin Rachel Carson. Das Buch gilt als Klassiker der populären Umweltliteratur, viele betrachten es sogar als Ausgangspunkt der weltweiten Umweltbewegung.

Und die hat inzwischen einiges erreicht in Sachen Pestizid-Kontrolle und -Verbote. Extrem giftige Pestizide wie DDT, Lindan oder Unkraut-Ex sind zum Glück längst verboten. Und auch darüber hinaus gibt es heute eine Reihe von Gesetzen und Vorschriften zur Regelung des Pestizideinsatzes, auf nationaler und auf EU-Ebene. Die werden allerdings nicht immer eingehalten. Der BUND setzt sich dafür ein, diese Instrumente weiter zu verschärfen, den Pestizideinsatz stark zu reduzieren, zu kontrollieren und weitere besonders gefährliche Mittel ganz zu verbieten. Außerdem zeigen wir Pestizid-Alternativen für Land- und Forstwirtschaft, aber auch für Kommunen und private Haus- und Kleingärten auf.

Tieffliegendes Agrarflugzeug spritzt Pestizide auf Grünland. Foto: Chad Fust / flickr.com
Pestizide spritzen per Flugzeug: in der EU nur noch ausnahmsweise erlaubt.


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Bienensterben durch Pestizide. AFP-Video (2 min) mit Hubert Weiger. Video-Großansicht...

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