Schöne neue Nanowelt?

Socken, die nie stinken, Lebensmittel, deren Vitamingehalt den Körper überfordert, Hemden, von denen selbst Rotwein einfach abperlt, Obst, das auch nach Wochen in der Frischhaltebox wie gerade gepflückt aussieht, Teddybären, die Bakterien töten und unzerbrechliche Tennisschläger – die Industrie verheißt uns eine schöne neue Nanowelt. Zu schön, um wahr zu sein.

Teilchen in Nanogröße verhalten sich anders als größere Teilchen der gleichen Substanz. Das macht sie für die Entwicklung neuer Produkte so interessant. Aber genau diese neuen Eigenschaften können auch zu neuen Risiken führen. Dabei ist die Wahrscheinlichkeit eines Risikos für Mensch und Umwelt am größten, wenn ein direkter Kontakt mit Nanopartikeln stattfindet, wie bei Lebensmitteln, Kosmetika und Reinigungsmitteln oder in der Landwirtschaft.

Nanopartikel können aufgrund ihrer extrem geringen Größe sehr viel besser in den Körper und in Organe eindringen als größere Partikel. Einmal in der Blutbahn angekommen, vermögen Nanopartikel sogar wichtige Schutzbarrieren wie die Blut-Hirn- und die Plazenta- Schranke zu überwinden.


Verbraucher sind Versuchskaninchen


Bisher sind die Risiken von Nanomaterialien noch nicht ausreichend erforscht. Dennoch können Verbraucherinnen und Verbraucher sich ihnen nicht entziehen, da es weitgehend keine Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht gibt.

Immerhin: Das Europäische Parlament hat sich im März erfolgreich für eine Kennzeichnungspflicht für Nanomaterialien in Kosmetika durchgesetzt. Derzeit wird die sogenannte Novel-Food-Verordnung in Brüssel verhandelt – noch offen ist, ob sich das Parlament erneut durchsetzten wird und Nanomaterialien in Lebensmitteln verboten werden, solange nicht alle Risiken geklärt sind.

Weitere Informationen finden Sie im Flyer "Nanos überall – Nanotechnologie im Alltag", den Sie auch kostenlos bestellen können.



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