Gift im Alltag – hier verbirgt es sich

Sandförmchen, Foto: © C. v. Melis / PIXELIO
© C. v. Melis / PIXELIO

Viele Produkte, die wir täglich in unserem Leben benutzen, enthalten gefährliche Stoffe. Prinzipiell haben VerbraucherInnen durch das neue Auskunftsrecht endlich die Möglichkeit herauszubekommen, welche Produkte betroffen sind. Allerdings kann es sein, dass Sie die Auskunft erhalten, dass keine gefährlichen Stoffe enthalten sind. Rechtlich betrachtet ist diese Aussage in vielen Fällen auch dann korrekt, wenn sie eigentlich nicht stimmt. Das liegt daran, dass bislang nur wenige Stoffe auf der offiziellen Liste besonders gefährlicher Stoffe der Europäischen Union stehen und das Auskunftsrecht nur für diese Stoffe gilt.

Von den bisher gelisteten Stoffen, werden einige zudem kaum noch verwendet, oder finden vor allen Dingen in Bereichen Anwendung, bei denen VerbraucherInnen nur selten mit ihnen in Kontakt kommen. Vier der bereits in die Liste aufgenommenen Stoffe, finden sich jedoch in Produkten, mit denen VerbraucherInnen häufig in Berührung kommen. Es macht daher Sinn, bei der Ausübung des neuen Aukunftsrechts zunächst ganz gezielt nach Produkten zu fragen, in denen diese Stoffe häufig vorkommen. Wir verraten Ihnen um welche Stoffe es geht, welche Gefahren Sie bergen und in welchen Produkten Sie zu finden sind.

Weichmacher

Gelbe Gummistiefel

In die Liste der besonders gefährlichen Stoffe wurden bereits die Phthalate DEHP, DBP, BBP und DIBP (Di-ethylhexylphthalat, Dibutylphthalat, Benzylbutylphthalat, Diisobutylphthalat) aufgenommen. Die drei Stoffe gelten als schädlich für die Fruchtbarkeit. Sie können insbesondere während kritischer Entwicklungsphasen (Einwirkung auf den Fötus während der Schwangerschaft, frühe Kindheit) das Hormonsystem durcheinander bringen und so zu verminderter männlicher Fortpflanzungsfähigkeit und verfrühter weiblicher Pubertät führen.

Phthaltate werden verwendet in Produkten aus Weich-PVC, wie zum Beispiel Planschbecken, Schwimmreifen, -tiere, und -flügel, Schlauchbote, Badelatschen, Fahrradgriffe, Matschhosen, Regenjacken, "Gummi"-stiefeln, Hüllen von Elektrokabeln, Verpackungen, Duschvorhänge, Bodenbeläge, Babywickelauflagen, Autoinnenausstattungen, aber auch in Kosmetika, Shampoos, Feuchtigkeitscremes und Parfums.

Bromierte Flammschutzmittel

In die Liste der  besonders gefährlichen Stoffe wurde bereits das häufig verwendete Flammschutzmittel HBCDD (Hexabromcyclodedecan) aufgenommen.

Rotes Sofa, Foto: © M. Barnebeck / PIXELIO
© M. Barnebeck / PIXELIO

HBCDD kann auf Wasserlebewesen giftig wirken, baut sich in der Umwelt nicht ab und reichert sich im Körper an. So konnte der WWF in einer Untersuchung HBCDD im Blut zahlreicher EuropaparlamentarierInnen nachweisen.

HBCDD findet  sich in Matratzen, Teppichen, Sofas, Vorhängen, Bezügen, einigen Kinderschlafanzügen,  sowie in Elektronikprodukten, wie zum Beispiel Fernsehern, CD-Playern, Musikanlagen, Computern, Monitoren, Telefonen, Bügeleisen und Lampen.