Gesundheitliche Auswirkungen der Chemikalienbelastung auf Kinder

Veränderungen im Geschlechterverhältnis bei Babys

Kleiner Junge mit seiner Mutter
In einigen Regionen werden weniger männliche Babys geboren.

Während der vergangenen 20–40 Jahre hat eine Reihe von Ländern über eine weit verbreitete Veränderung des Geschlechterverhältnisses bei Neugeborenen berichtet: es werden weniger männliche Babys geboren. Als mögliche Ursache gilt die Umweltverschmutzung durch hormonelle Schadstoffe.

Diese Annahme unterstützen Zahlen aus dem italienischen Seveso, wo 1976 bei einem Industrieunfall große Mengen des hormonell wirksamen Dauergifts Dioxin in die Umwelt gelangten. In den acht Jahren nach dem Unfall betrug das Geschlechterverhältnis bei Neugeborenen von besonders belasteten Eltern 48 Mädchen gegenüber 26 Jungen. Überhaupt keine Söhne bekamen die neun Elternpaare, die der höchsten Dioxin-Konzentration ausgesetzt waren. Ein anderes Beispiel ist die Inuit-Bevölkerung der Arktis: Die Nahrung der Inuit besteht vorwiegend aus Meerestieren, die in der Arktis extrem mit Schadstoffen belastet sind. Auch hier ist das Verhältnis zwischen weiblichen und männlichen Neugeborenen nicht ausgeglichen.

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Effekte auf Nervensystem und Verhalten

Hormonelle Schadstoffe, die bereits im Mutterleib an den Fötus weitergegeben werden, können über eine Beeinflussung der Entwicklung des zentralen Nervensystems das Verhalten und die geistige Entwicklung der Kinder beeinflussen. Zum Beispiel konnten geringere Lesefähigkeiten und niedrige Intelligenzquotienten bei elfjährigen Kindern beobachtet werden, deren Mütter während der Schwangerschaft hohen PCB-Konzentrationen ausgesetzt waren. Wissenschaftlerinnen warnen außerdem vor einer verzögerten neurologischen Entwicklung von Kindern auf Grund der Umweltvergiftung mit Quecksilber-Verbindungen.

Mädchen niest ins Taschentuch, Foto: www.pixelio.de
Kinder erkranken immer häufiger an Allergien.

Effekte auf das Immunsystem

Einige hormonelle Schadstoffe können auch die Entwicklung des Immunsystems durch die Einwirkung in frühen Lebensphasen stören. Dazu gehören z.B. Blei, bestimmte Pestizide und das Biozid Tributylzinn (TBT), das sich über seine frühere weite Verbreitung als Antibewuchsmittel für Schiffsrümpfe noch immer in der marinen Nahrungskette und damit auch im Lebensmittel Fisch finden lässt.

Mehr über giftige Schiffsanstriche


Da das Immunsystem von Kindern besonders empfindlich ist, können später vermehrt Allergien, Asthma und Auto-Immunerkrankungen auftreten, die wiederum den Schutz gegen Virus- und andere Infektionserkrankungen sowie gegen Krebs und Tumore beeinträchtigen können.

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Was Eltern tun können

Kinderzimmer, Foto: www.sxc.hu

Auf www.nestbau.info informiert die Umwelt-, Frauen- und Gesundheitsorganisation Women in Europe for a Common Future (WECF), was Eltern tun können, um ihrem Baby ein gesundes Umfeld zu schaffen.

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