Erkrankungsrisiken durch Chemikalien

Allergietestkoffer, Foto: © Claudia Hautumm / PIXELIO
Traurige Entwicklung: Die Menschen in den Industrieländern reagieren immer häufiger auf immer mehr Substanzen allergisch. © Claudia Hautumm / PIXELIO

Besonders in den Industrieländern treten zunehmend chronische Erkrankungen wie Allergien, Unfruchtbarkeit oder Verhaltensauffälligkeiten bei Kindern auf, deren Ursachen in Verbindung mit der weiten Verbreitung gesundheitsgefährdender Chemikalien gebracht werden. Der Mensch reagiert in Abhängigkeit seiner individuellen körperlichen Verfassung sehr unterschiedlich auf Chemikalien. Darüber hinaus ist sein persönliches Lebensumfeld für eine mögliche Gesundheitsschädigung durch Chemikalien von Bedeutung.

Kinder sind vom gesundheitsschädigenden Potenzial einzelner Chemikalien besonders betroffen. Sie sind aufgrund ihres geringeren Körpergewichts verhältnismäßig stärker mit Chemikalien belastet als Erwachsene. Außerdem haben sie in der Regel einen schwächeren Abwehrmechanismus als die meisten Erwachsenen, da sich ihre Organe, ihr Stoffwechsel und ihr Immunsystem noch in der Entwicklung befinden. Bereits im Mutterleib sind sie vielen Schadstoffen ausgesetzt, die sich im Körper der Mutter angereichert haben. Nach der Geburt werden sie zusätzlich über die Muttermilch belastet. Die Chemikalieneinwirkung in dieser ersten empfindlichen Lebensphase kann die frühkindliche Entwicklung erheblich stören – mit unumkehrbaren Spätfolgen.

Dazu zählen bei erwachsenen Frauen und Männern die Zunahme von Allergien und das Auftreten von Krebsgeschwüren. Ein besonders hohes Risiko geht von Chemikalien aus, die Ähnlichkeit mit natürlichen Hormonen haben, d.h. deren Wirkung imitieren oder blockieren können. Um Schadstoffeinwirkung auf Frauen vor und im gebärfähigen Alter zu vermeiden, sind daher besondere Schutzmaßnahmen erforderlich. Denn nur so können auch Ungeborene und Kleinkinder vor Schadstoffen bewahrt werden.

Durch Chemikalien besonders gefährdet sind auch die Mitglieder bestimmter Berufsgruppen, die zum Beispiel Krebs fördernden Stoffen wie Feinstaub regelmäßig ausgesetzt sind. Die EU-Kommission legte im März 2003 ein Gutachten vor, nach dem innerhalb Europas 32.500 Krebsfälle pro Jahr auf bekannte oder vermutete krebserzeugende Berufsstoffe zurückzuführen seien. Auch könnten zum Beispiel jedes Jahr mehr als 12.000 Fälle von berufsbedingten Hautkrankheiten vermieden werden.

Mehr Information

Einen guten Überblick (in Englisch) über die wissenschaftliche Beweislage zum Zusammenhang zwischen bestimmten Krankheiten und der Belastung mit Chemikalien finden Sie auf der Seite des Chemicals Health Monitor: www.chemicalshealthmonitor.org 



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