Belastung in Wohnräumen: Chemie-Cocktail in Schlafzimmern

Schadstoffe machen das Kuscheln im Schlafzimmer gefährlich. Nutzen Sie Ihr Auskunftsrecht gleich bei der Einrichtung Ihrer Räume. Foto: craftvision/www.istockphoto.com

Auch in Wohnräumen wirken Chemikalien auf den menschlichen Organismus ein. So sind Schlafzimmer häufig mit einem Cocktail bedenklicher chemischer Schadstoffe belastet. In einer gemeinsamen Studie des BUND und weiterer europäischer Umweltverbände wurden 14 Schlafzimmer-Staubproben aus zwölf Ländern untersucht. Die Proben aus Deutschland, Schweden, Belgien, Tschechien, Ungarn, Italien, Uganda, Südafrika, Tansania, Kenia, Malaysia und den Philippinen enthielten jeweils eine große Bandbreite hormonell wirksamer Schadstoffe. Diese Chemikalien werden mit einer Vielzahl von Erkrankungen in Verbindung gebracht, darunter eingeschränkte Fortpflanzungsfähigkeit, Krebs und Verhaltensstörungen.

Mehr Weichmacher in Europas Schlafzimmern

Auffällig an den Ergebnissen war die Tatsache, dass die Konzentrationen der Weichmacher in Proben aus europäischen Ländern in der Regel höher war als in den anderen Ländern. Die aus Deutschland untersuchte Staubprobe enthielt neben sieben verschiedenen Phthalat-Weichmachern drei bromierte Flammschutzmittel, drei Nonylphenole, Bisphenol A sowie die Schwermetalle Blei, Cadmium und Quecksilber. Die gefundenen Schadstoffe werden aus vielen typischen Einrichtungsgegenständen wie Möbeln und Fußbodenbelägen freigesetzt.

Von den nachgewiesenen Chemikalien geht bei den gefundenen Konzentrationen – einzeln betrachtet – noch keine Gesundheitsgefahr aus. Jedoch sind das Ausmaß der Gesamtbelastung und die Vielzahl der Stoffe besorgniserregend. Nach Ansicht des BUND zeigen die Analysen deutlich, dass die Menschen auch während des Schlafes einer Vielzahl von Schadstoffen ausgesetzt sind.

Das können Sie tun

Verzichten Sie möglichst vollständig auf Produkte aus Weich-PVC, da diese immer hohe Konzentrationen an Weichmachern enthalten. Hersteller und Händler sind übrigens gesetzlich verpflichtet, auf Anfrage Auskunft darüber zu geben, ob besonders gefährliche Stoffe in den von ihnen vertriebenen Produkten enthalten sind. Möchten Sie von Ihrem Auskunftsrecht Gebrauch machen, nutzen Sie unseren Musterbrief.

Schreiben Sie Bundestagsabgeordneten: für eine Zukunft ohne Gift einsetzen!

In mehr als 200 Kitas hat der BUND eine Belastung mit giftigen Weichmachern nachgewiesen. Die Stoffe werden mit gravierenden Entwicklungsstörungen in Verbindung gebracht. Verbraucherschutzministerin Aigner könnte die Verbreitung von Weichmachern im Umfeld von Kindern stoppen. Sie sitzt das Problem aber lieber aus. Fordern Sie Abgeordnete aus den betroffenen Regionen auf, sich für ein Verbot einzusetzen! Jetzt mitmachen!



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