Auch in Wohnräumen wirken Chemikalien auf den menschlichen Organismus ein. So sind Schlafzimmer häufig mit einem Cocktail bedenklicher chemischer Schadstoffe belastet. In einer gemeinsamen Studie des BUND und weiterer europäischer Umweltverbände wurden 14 Schlafzimmer-Staubproben aus zwölf Ländern untersucht. Die Proben aus Deutschland, Schweden, Belgien, Tschechien, Ungarn, Italien, Uganda, Südafrika, Tansania, Kenia, Malaysia und den Philippinen enthielten jeweils eine große Bandbreite hormonell wirksamer Schadstoffe. Diese Chemikalien werden mit einer Vielzahl von Erkrankungen in Verbindung gebracht, darunter eingeschränkte Fortpflanzungsfähigkeit, Krebs und Verhaltensstörungen.
Mehr Weichmacher in Europas Schlafzimmern
Auffällig an den Ergebnissen war die Tatsache, dass die Konzentrationen der Weichmacher in Proben aus europäischen Ländern in der Regel höher war als in den anderen Ländern. Die aus Deutschland untersuchte Staubprobe enthielt neben sieben verschiedenen Phthalat-Weichmachern drei bromierte Flammschutzmittel, drei Nonylphenole, Bisphenol A sowie die Schwermetalle Blei, Cadmium und Quecksilber. Die gefundenen Schadstoffe werden aus vielen typischen Einrichtungsgegenständen wie Möbeln und Fußbodenbelägen freigesetzt.
Von den nachgewiesenen Chemikalien geht bei den gefundenen Konzentrationen – einzeln betrachtet – noch keine Gesundheitsgefahr aus. Jedoch sind das Ausmaß der Gesamtbelastung und die Vielzahl der Stoffe besorgniserregend. Nach Ansicht des BUND zeigen die Analysen deutlich, dass die Menschen auch während des Schlafes einer Vielzahl von Schadstoffen ausgesetzt sind.
Das können Sie tun
Verzichten Sie möglichst vollständig auf Produkte aus Weich-PVC, da diese immer hohe Konzentrationen an Weichmachern enthalten. Hersteller und Händler sind übrigens gesetzlich verpflichtet, auf Anfrage Auskunft darüber zu geben, ob besonders gefährliche Stoffe in den von ihnen vertriebenen Produkten enthalten sind. Möchten Sie von Ihrem Auskunftsrecht Gebrauch machen, nutzen Sie unseren Musterbrief.