Quecksilber ist giftig für Mensch und Umwelt. Bereits geringe Mengen können das Nervensystem schädigen. Besonders die Entwicklung der Hirnfunktion von Kindern kann durch Quecksilber-Verbindungen stark beeinträchtigt werden. Es gibt außerdem zahlreiche Gesundheitsschäden, die sich auf eine Quecksilberbelastung zurückführen lassen, wie Herz-Kreislauferkrankungen, Schäden des Immunsystems oder der Fortpflanzungsorgane sowie allgemeine vegetative Störungen.
Seefisch gilt mittlerweile als so hoch belastet, dass Schwangeren vom Genuss bestimmter Seefische abgeraten wird. Eine Grenzwertfestlegung erscheint fraglich, da einige Wissenschaftler bezweifeln, ob es überhaupt eine unbedenkliche Menge für den menschlichen Körper gibt.
Die EU beschäftigt sich schon seit langem mit der Quecksilber-Problematik. Einen EU-weiten Grenzwert für Quecksilberemissionen gibt es noch nicht und dennoch gilt die EU weltweit als Vorreiter. Die Europäische Kommission hat 2005 angesichts der Risiken für Gesundheit und Umwelt eine Quecksilberstrategie auf den Weg gebracht. Diese enthält zwanzig Maßnahmen, von denen auch viele umgesetzt wurden. Anfang 2011 fand die zweite Verhandlungsrunde für ein weltweites Quecksilberverbot statt.
Weiterhin ist in der EU seit dem 15. März 2011 die Ausfuhr von metallischem Quecksilber und bestimmten Quecksilberverbindungen und –gemischen verboten. Die Mitgliedstaaten müssen mit dem Inkrafttreten des Verbots eine sichere Lagerung von Quecksilber bzw. Quecksilber-Erzeugnissen in bestimmten Industriezweigen sicherstellen.
Der BUND setzt sich als deutscher Kooperationspartner der europaweiten Kampagne "Stay Healthy, Stop Mercury" für die Reduktion der Quecksilberverschmutzung ein. Im Rahmen dieser Arbeit hat der BUND im Februar 2007 die Studie "Quecksilber – Globale Belastung und Gefährdung kindlicher Fähigkeiten" veröffentlicht, die den Stand der Untersuchungen zu Gesundheitsschäden durch Quecksilber und zur weltweiten Verbreitung von Quecksilber zusammenfasst.