Phtalate (Weichmacher)

Totenkopfzeichen auf orangefarbenem Hintergrund
DEHP gilt als fortpflanzungsgefährdend und muss ab einer Konzentration von 0,5 Prozent in einer chemischen Zubereitung durch das Totenkopfsymbol und den Hinweis „GIFTIG“ gekennzeichnet werden. Produkte des täglichen Gebrauchs müssen jedoch nicht gekennzeichnet werden.

Phthalate finden vor allem als Weichmacher für PVC weit verbreitet Verwendung. Sie umgeben uns in vielerlei Gegenständen des Alltags. Die am häufigsten eingesetzten Weichmacher sind DEHP (Di-ethylhexyl-phthalat), DIDP (Di-isodecyl-phthalat) und DINP (Di-isononyl-phthalat). Ihr Anteil macht bis zu 40 Prozent im Endprodukt aus. Dabei stellt besonders der Einsatz von DEHP ein ernstes Problem dar, weil es für seine Schädlichkeit immer mehr Hinweise gibt.

Weichmacher dünsten ständig aus

Weichmacher sind im Kunststoff chemisch nicht fest gebunden. Sie dünsten im Laufe der Produktnutzung aus und gelangen so unkontrolliert in den menschlichen Körper und die Umwelt. Nach der EU-Richtlinie 67/548 wird DEHP als fortpflanzungsgefährdend beurteilt und muss ab einer Konzentration von 0,5 Prozent in einer chemischen Zubereitung durch das Totenkopfsymbol und den Hinweis "GIFTIG" gekennzeichnet werden. Produkte des täglichen Gebrauchs fallen jedoch nicht unter diese Kennzeichnungspflicht. DEHP wurde außerdem in den "Anhang XIV" aufgenommen. Ebenso die Weichmacher DBP und BBP.

Der Anhang XIV bedeutet, dass diese Chemikalien in Zukunft Zulassungsbedingungen unterliegen. Sie dürfen dann nur in den Verkehr gebracht oder verwendet werden, wenn eine Zulassung für eine bestimmte Anwendung erteilt wurde. Die Wirksamkeit dieses Instruments wird davon abhängen, ob diese Zulassungen genehmigt werden oder ob die Schadstoffe verpflichtend durch sicherere Alternativen ersetzt werden müssen.

In Kinderspielzeug verboten, aber nicht in Alltagsgegenständen



In Kinderspielzeugen ist die Verwendung nicht nur von DEHP, sondern auch von fünf weiteren Phthalaten seit einiger Zeit verboten. Auch zur Herstellung und Behandlung kosmetischer Mittel ist die Verwendung von DEHP sowie zwei weiteren Phthalaten nicht mehr erlaubt. Beide Verbote gelten europaweit. Weitere Regelungen zur Verwendung von Weichmachern aus der Stoffgruppe der Phthalate bestehen bisher allerdings nicht, obwohl über viele Einsatzbereiche eine Belastung des Menschen erfolgt. Nahezu monatlich veröffentlicht die Zeitschrift ÖKOTEST Konsumprodukte, die Weichmacher enthalten. Im März 2011 wurden in einer Untersuchung von ÖKOTEST Weichmacher in stark erhöhten Konzentrationen in Lauflernschuhen für Kinder gefunden.

BUND-Aktion: Kinder vor Weichmachern u.a. Schadstoffen schützen

Unsere Untersuchungen haben gezeigt: Zahlreiche Kitas sind überdurchschnittlich stark mit gesundheitsgefährdenden Weichmachern belastet. Das muss sich ändern! Deshalb fordern wir die Politik zum Handeln auf. Machen Sie mit!

Weichmacher: In Medizinprodukten uneingeschränkt zulässig

Auch in Medizinprodukten ist der Einsatz von DEHP und anderen Phthalaten uneingeschränkt zulässig, obwohl gerade bei der medizinischen Behandlung erhebliche Mengen DEHP aufgenommen werden können. Dieses stellt besonders in der Behandlung von Früh- und Neugeborenen ein großes Problem dar. Mit der Änderung der Medizinprodukte-Richtlinie Nr. 93/42 vom September 2007 wurde eine Kennzeichnungspflicht für DEHP auf Medizinprodukten eingeführt.

Seit dem 21. März 2010 sind die Bestimmungen der EU-Richtlinie EU-weit anzuwenden. Derzeit wird von der Europäischen Kommission an der Neufassung der Medizinprodukterichtlinie gearbeitet. Künftig soll es nur noch eine Richtlinie für Medizinprodukte geben, so dass die beiden Richtlinien 90/385/EWG und 93/42/EWG durch die Neufassung ersetzt werden. Die Veröffentlichung des Entwurfes wird für Dezember 2011 erwartet.



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BUND-Studie "Gift am Krankenbett"

In ganz Europa werden Patienten in Krankenhäusern unnötig den Gefahren des Weichmachers DEHP ausgesetzt, der in vielen medizinischen
Produkten aus PVC enthalten ist. Das zeigen neue Untersuchungen, deren Ergebnisse in dieser Studie zusammengefasst sind.

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