Bromierte Flammschutzmittel

Zwei Laptops nebeneinander mit "Maus" im Vordergrund. Foto: www.sxc.hu
Die meisten Elektronikartikel enthalten Flammschutzmittel.

Viele Alltagsgegenstände wie Elektronikartikel und Möbel enthalten Flammschutzmittel. Die bekanntesten Vertreter dieser Stoffgruppe sind sogenannte bromierte Flammschutzmittel wie PBDE (polybromierte Diphenylether) und HBCD (Hexabromcyclododecan). In Europa wurden im Jahr 2005 knapp 30.000 Tonnen dieser Substanzen eingesetzt.

Beachtliche Konzentrationen in der Muttermilch

Bromierte Flammschutzmittel, die brennbaren Stoffen beigefügt werden, gehen keine chemischen Verbindungen mit den Kunststoffen ein und entweichen wieder, besonders bei Erwärmung. Folgerichtig lassen sie sich zum Beispiel in der Innenraumluft nachweisen und gelangen über diesen Weg in den Menschen und in die Umwelt. Sie sind schwer abbaubar (persistent) und können sich in Lebewesen anreichern (bioakkumulierbar). Daher sind sie weit verbreitet und im Blut, im Fettgewebe und in der Muttermilch in beachtlichen Konzentrationen zu finden.

BUND-Aktion: Kinder vor Weichmachern u.a. Schadstoffen schützen

Unsere Untersuchungen haben gezeigt: Zahlreiche Kitas sind überdurchschnittlich stark mit Schadstoffen belastet. Das muss sich ändern! Deshalb fordern wir die Politik zum Handeln auf. Machen Sie mit!

Tierversuche: Schädigung des Nervensystems durch Flammschutzmittel

Bromierte Flammschutzmittel können in das Hormonsystem von Mensch und Tier eingreifen und dort nachhaltige Störungen verursachen. So konnte im Tierversuch eine dauerhafte Schädigung des Nervensystems mit Beeinträchtigungen des Lern- und Erinnerungsvermögens sowie des Verhaltens nachgewiesen werden – ähnlich den Wirkungen der bereits weltweit verbotenen polychlorierten Biphenyle (PCB). DecaBDE (zehn Bromatome) zeigt im Tierversuch und bei betroffenen Arbeitnehmern deutliche Hinweise auf eine kanzerogene Wirkung, ist aber noch immer weit verbreitet im Einsatz.

Bromindustrie stemmt sich gegen Verbot

Das Inverkehrbringen und die Verwendung von penta- und octaBDE ist seit 2004 verboten, da das Risiko für die Umwelt und für den gestillten Säugling als zu hoch eingeschätzt wurde (Richtlinie 2003/11/EG). Hingegen darf decaBDE, das derzeit am meisten verwendete Flammschutzmittel bei Elektronikprodukten, trotz seiner schädigenden Wirkungen weiter verwendet werden. Eine starke Lobby der Bromindustrie wusste ein Verbot bislang zu verhindern.

Besonders besorgniserregend: HBCD

Hexabromcyclododecan (HBCD) wurde als "besonders besorgniserregender Stoff" auf der EU-Kandidatenliste klassifiziert und nun aktuell von der Kandidatenliste in den "Anhang XIV" aufgenommen. Das bedeutet, dass HBCD nun besonders strengen Zulassungsbedingungen unterliegt und nur in den Verkehr gebracht oder verwendet werden darf, wenn eine Zulassung für eine bestimmte Verwendung erteilt wurde.



Jetzt online BUND-Mitglied werden!, © www.photocase.com / mr nico
Jetzt online spenden, © istock.com/johnnorth

Jetzt Fan werden auf www.facebook.com/bund.bundesverband   Folgen Sie uns auch auf www.youtube.com/bundgermany   Folgen Sie uns auch auf www.twitter.com/BUND_net   Abonnieren Sie unseren RSS-Feed

Studie zu Schadstoffen in der Muttermilch

Titelbild BUND-Studie zur Muttermilch

Die BUND-Studie klärt auf: Wie gelangen die Chemikalien in den Körper, wie wirken sie sich auf die Gesundheit unserer Kinder aus?

BUND-Studie herunterladen

Newsletter "Chemie"

Suche