Gesundheits- oder umweltschädliche Chemikalien sind in vielen Alltagsprodukten versteckt. Diese Schadstoffe können zu Erkrankungen wie Allergien, Asthma, Lernschwäche, Diabetes, Krebs und Unfruchtbarkeit beitragen. Doch leider sieht man den Produkten nicht an, was in ihnen enthalten ist. Durch die vor gut drei Jahren in Kraft getretene Chemikalienverordnung REACH (Registrierung, Evaluierung, Autorisierung und Beschränkung von Chemikalien) haben Verbraucher die Möglichkeit, direkt beim Hersteller oder Händler nachzuhaken, ob ein Produkt mit bestimmten besonders gefährlichen Stoffen belastet ist. Ist dies der Fall, sind die Unternehmen gesetzlich verpflichtet, dies innerhalb von 45 Tagen kostenlos mitzuteilen. Soweit die Theorie.
Der BUND wollte wissen, ob das Auskunftsrecht in der Praxis funktioniert. Dazu stellte eine Testkäuferin Anfragen bei 24 bekannten Handelsketten. Zugleich wurden die angefragten Produkte von einem Labor im Auftrag des BUND auf Schadstoffe getestet. Unsere Recherche zeigt: Jedes dritte Unternehmen informierte die Verbraucher nicht über vorhandene Schadstoffe, obwohl sie dazu gesetzlich verpflichtet gewesen wären. Zugleich erwies sich mehr als jedes zweite Produkt als belastet.