Was tun? Tipps für eine giftfreie Umgebung

Klemmbrett mit Liste, Bild: Tkgd2007 (unter GNU zur Verfügung gestellt), Bearbeitung: BUND

Kinder brauchen Raum zum Spielen. Bereits beim Einrichten von Kinderzimmern und bei der Auswahl von Spielzeug und Geschirr können Sie dafür sorgen, dass die Belastung mit schädlichen Chemikalien so gering wie möglich gehalten wird. Wir geben Ihnen im Folgenden einige Tipps, worauf Sie achten sollen. Wenn Sie möchten, können Sie diese auch herunterladen und mit anderen Eltern und der Kita-Leitung besprechen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, helfen Ihnen unsere Chemie-Experten gerne weiter.

  • Ziffer 1.
  • Kennzeichnung "PVC3".

Weich-PVC meiden

Zahlreiche Alltagsgegenstände bestehen aus Weich-PVC: Spielzeug, Gummistiefel und Matschhosen, Kunstledersofas und Plastik-Tischdecken, Trinkbecher und Brotdosen, Bodenbeläge, Kindergartenranzen... Weich-PVC enthält Weichmacher, die mit der Zeit ausgasen können. Produkte aus Weich-PVC sollte man deshalb vermeiden. Erkennen kann man PVC am Recyclingsymbol 3, der Kennzeichnung "PVC" und der typischen speckigen Oberfläche. Ist ein Produkt nicht gekennzeichnet, sollte man beim Hersteller nachhaken.

Ziffer 2.

Vertrauen Sie Ihrer Nase

Plastikprodukte, die stark riechen, enthalten ausgasende Stoffe. Achten Sie gerade beim Neukauf von Gebrauchs- oder Einrichtungsgegenständen für Ihr Zuhause oder die Kita auf die Gerüche. Tauschen Sie sukzessive alte Einrichtung gegen schadstofffreie aus. Bedenken Sie aber: Der Geruch ist ein guter Indikator, sollte aber die genaue Recherche der zugefügten Chemikalien nicht ersetzen.

Ziffer 3.

Für gutes Raumklima sorgen

Schadstoffe sammeln sich gerne im Hausstaub an. Deshalb sollte regelmäßig gelüftet, saubergemacht und abgestaubt werden. Besprechen Sie gemeinsam mit der Kita-Leitung die Putzpläne: Wie oft und wie gründlich wird geputzt? Welche Putzmittel werden dabei eingesetzt? Möglicherweise können Sie hier auf einfache Weise die Schadstoff-Konzentration senken.

Ziffer 4.

Spielspaß statt -frust

Kinder brauchen Spielzeug - aber bitte keine Billigware. Unsere Empfehlung: Kaufen Sie auch in der Kita qualitativ hochwertigeres Spielzeug. Das ist oft teurer, häufig jedoch auch haltbarer und in den meisten Fällen gesünder für die Kinder. Die Gefahr, dass sehr billiges Spielzeug gefährliche Stoffe enthält, ist hoch.

Ziffer 5.

Frischer Wind für drinnen und draußen

Sich in der Natur zu bewegen ist für Kinder viel besser, als den ganzen Tag drinnen zu sein. Zugleich entkommen sie so der Belastung der Innenraumluft. Kitas mit Garten sollten diesen deshalb so oft wie möglich nutzen. Zudem ist regelmäßiges Lüften der Innenräume Pflicht.

BPA-frei kaufen und kochen

Der hormonelle Schadstoff Bisphenol A (BPA) ist im Kunststoff Polycarbonat enthalten. Polycarbonat ist ein bruchfester, durchsichtiger Kunststoff, aus dem zum Beispiel Babymilchfläschchen, Schnullerschilde oder Trinkbecher gemacht werden. Es gibt aber auch Hersteller, die alternative Materialien einsetzen. Achten Sie beim Einkauf deshalb auf den Hinweis "BPA-frei".

BPA kann auch in der Innenbeschichtung von Essensverpackungen wie Konservendosen enthalten sein. Eine abwechslungsreiche Küche mit frischen Produkten aus der Region kann vermeiden, dass Kinder kontinuierlich Schadstoffen ausgesetzt sind.

Ziffer 7.

Gleich richtig machen

Bei Renovierung oder Neubau sollten PVC-freie Materialien verwendet werden. PVC-Böden oder Kunststofftapeten können stark zur Belastung der Raumluft mit Weichmachern beitragen. Besser ist es deshalb, Naturmaterialien zu verwenden. Verschiedene Gütezeichen wie der Blaue Engel, natureplus, das GuT-Siegel oder das TÜV-TOXPROOF-Zeichen können Orientierung bieten, welche Baumaterialien schadstoffarm sind. Auch die Zeitschrift Öko-Test nimmt immer wieder Baumaterialien unter die Lupe.

Ziffer 8.

Beim Hersteller nachhaken

Verbraucher haben das Recht, beim Hersteller oder Händler nachzuhaken, ob ein Produkt besonders gefährliche Stoffe enthält. Das schreibt die europäische Chemikalienverordnung REACH vor. Die Unternehmen müssen solche Anfragen innerhalb von 45 Tagen kostenlos beantworten. Vor dem Kauf lohnt es sich also, nachzuhaken. Mit dem Musterbrief des BUND ist das ganz einfach.