1.500 DirektkandidatInnen unter der Lupe

Der BUND hat rund 1.500 DirektkandidatInnen von Union, SPD, FDP, Die Linke und Bündnis 90/Die Grünen zum Atomausstieg, zum Neubau von Kohlekraftwerken und zur Gentechnik in der Landwirtschaft befragt.

1054 von ihnen – 71 Prozent aller Angefragten – haben bereits am KandidatInnencheck teilgenommen; darunter auch prominente Kandidaten wie SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier, Kanzleramtschef Thomas de Mazière (CDU), Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD), Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse (SPD), SPD-Vize Andrea Nahles, die beiden Grünen-Vorsitzenden Claudia Roth und Cem Özdemir, der grüne Spitzenkandidat Jürgen Trittin, FDP-Chef Guido Westerwelle, der Fraktionsvorsitzende der Linken Gregor Gysi, der Generalsekretär der CDU Ronald Pofalla.

Am häufigsten haben mit 91 Prozent der Nominierten die KandidatInnen der Grünen/Bündnis 90 geantwortet, dicht gefolgt von der SPD mit 87 Prozent. 78 Prozent der KandidatInnen der Linken machten bisher beim BUND-Kandidatencheck mit. Die FDP-Kandidaten zeigten sich zu 55 Prozent bereit, sich über ihre Ansichten zu so gesellschaftspolitisch wichtigen Fragestellungen wie dem Umgang mit Atom- und Kohlekraftwerken und dem Einsatz von Gentechnik im Agrarbereich zu äußern. Eine geringere Bereitschaft, den Wählerinnen und Wählern Auskunft zu geben, zeigten bisher die KandidatInnen der Union. Bei ihnen stellten sich 41 Prozent dem BUND-Kandidatencheck. Leider fehlen bisher auch die Antworten von Parteigrößen wie der Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel, Bundesinnenminister Dr. Wolfgang Schäuble oder Verteidigungsminister Franz Josef Jung.

Bei den Antworten zeichnen sich deutliche, auch parteiübergreifende Mehrheiten ab

  • 74 Prozent der DirektkandidatInnen, die antworteten, lehnen eine längere Laufzeit von Atomkraftwerken ab, darunter auch 13 KandidatInnen der Union und 10 der FDP. 

  • 56 Prozent der KandidatInnen sprechen sich gegen den Neubau von Kohlekraftwerken aus, darunter 51 KandidatInnen der SPD, 28 der FDP und 26 der Union. 

  • 76 Prozent aller KandidatInnen sind für den Verzicht auf Gentechnik in der Landwirtschaft. Auch darunter sind zahlreiche KandidatInnen aus Union und FDP, nämlich 32 respektive 20.

  • Zahlreiche DirektkandidatInnen aller Parteien weichen bei allen drei Fragen von der offiziellen Linie der jeweiligen Bundespartei ab: KandidatInnen sowohl von SPD als auch Union und FDP lehnen den Neubau von Kohlekraftwerken ab. Umgekehrt sind aber auch unter den Kandidaten der Linken Befürworter dieser klimapolitischen Sackgasse vertreten. Positiv für den BUND ist, dass viele DirektkandidatInnen der Union und FDP die offizielle Pro-Agro-Gentech-Linie ihrer Parteien nicht unterstützen.

KandidatInnen zu umweltpolitischen Brennpunkten in der Region

In mehr als der Hälfte der Wahlkreise wurden bisher Fragen mit besonderem regionalen Bezug gestellt. Mit den Ergebnissen können sich die Wählerinnen und Wähler in Ahrweiler und Suhl, in Nordfriesland und Rosenheim ein genaueres Bild vom umweltpolitischen Profil der Kandidaten in der Region machen.

(Stand: 17. September 2009)



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