Bürger beteiligen – besser entscheiden

Das jüngst vom Verkehrsministerium veröffentlichte "Handbuch für eine gute Bürgerbeteiligung" erweckt den Eindruck: Bürger sollten möglichst früh beteiligt werden. Das liest man gern. Doch schon das Vorwort klingt skeptisch: Politische Entscheidungen sollen den BürgerInnen sorgfältig „erklärt“ werden. Das Handbuch erläutert die Möglichkeiten der Beteiligung. Sie sollen ausgeschöpft werden. Das ist gut – aber zu wenig.

Mann mit Schild "Machen Sie mit!", Foto: DOC RABE Media - Fotolia.com

Verbindliche Rechte für Beteiligung

Die Regierung unternimmt kleine Schritte. Doch die Herausforderungen sind groß: Wie können komplexe Infrastrukturprojekte – etwa im Energie- und Verkehrsbereich – demokratieverträglich auf den Weg gebracht werden? Wie ist der Schutz der Natur und das Recht auf Gesundheit zu gewährleisten?

Beteiligung braucht Chancengleichheit. Planungsbehörden müssen BürgerInnen und Umweltverbänden eine Beteiligung erleichtern, für Transparenz, angemessene Fristen und den problemlosen Zugang zu allen Informationen sorgen. BürgerInnen brauchen zudem Unterstützung – zum Beispiel Ombudsleute, an die sie sich wenden können, wenn Behörden nicht korrekt entscheiden. Umweltverbände und Bürgerinitiativen müssen ein umfängliches Klagerecht erhalten.

Mehr direkte Demokratie und Beteiligung auf kommunaler Ebene

BürgerInnen sollten zwischen den Wahlen über relevante Vorgänge entscheiden können, z.B. ja oder nein zu einem Flughafenausbau sagen können. Wir brauchen auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene Volks- und Bürgerentscheide. Politik, Planer und Behörden würden sich erheblich umstellen, müssten sie damit rechnen, dass unsinnige Projekte von den BürgerInnen gekippt werden.

Der BUND dringt darauf, auf Bundesebene die gesetzlichen Voraussetzungen für mehr Bürgerbeteiligung zu schaffen. Und er setzt sich für mehr Beteiligung auf der kommunalen Ebene ein.