Der verschwenderische Lebensstil in den Industrienationen, auch in Deutschland, trägt in hohem Maße zum Artensterben auch in den Tropen bei: So zerstören Soja- und Palmölplantagen wertvolle tropische Lebensräume, um Viehfutter, Waschmittel und Kosmetika und Biodiesel herzustellen. Wir müssen in Deutschland nachhaltiger wirtschaften. Und wir dürfen auch im eigenen Land nicht unsere Vielfalt zerstören.
Für Deutschland sind etwa 45.000 Tierarten beschrieben. Mehr als 1.000 Arten sind in Deutschland zurzeit stark bedroht und 200 bis 300 Arten werden wahrscheinlich bis zum Ende des Jahrhunderts aussterben. Aber nicht nur der Artenrückgang ist erschreckend – auch bei den Rassen und Sorten unserer Nutztiere und -pflanzen ist der Verlust rasant: Wurden Anfang des 20. Jahrhunderts beispielsweise noch rund 20 verschiedene Rinderrassen gehalten, sind es heute nur noch vier. Und außerdem: Warum sollte Afrika Elefanten schützen, wenn in Bayern der erste Bär abgeschossen wird, der sich wieder blicken ließ?
Richtig ist, dass Umweltverbände auch international aktiv sein müssen, um international erfolgreich Einfluss zu nehmen und damit viel für die Umwelt zu erreichen. Der BUND ist deshalb Mitglied bei Friends of the Earth, einem internationalen Umweltschutznetzwerk. Zusammen mit unseren Mitstreitern aus vielen Ländern kämpfen wir für den Erhalt der weltweiten Biodiversität mit Aktionen und Kampagnen. Wir mischen uns in politische Entscheidungen auf EU- oder globaler Ebene ein. Wir setzen uns mit international agierenden Umweltsündern auseinander.