Moore: Refugien für seltene Arten

Sonnentau in Nahaufnahme, Foto: © D. Pfeiffenberg / PIXELIO
Der Sonnentau – eine im Moor vorkommende fleischfressene Pflanze. © D. Pfeiffenberg / PIXELIO

Das Moor ist ein faszinierender Lebensraum. Hier leben zwischen Land und Wasser hochspezialisierte Tiere und Pflanzen: Torfmoose, Sonnentau, Scheidiges Wollgras und seltene Libellen-, Spinnen- und Schmetterlingsarten haben sich an die extremen Umweltbedingungen angepasst.
        
Moore erfüllen neben der Beherbung wertvoller Arten noch eine eine weitere wichtige Funktion: Sie speichern viel mehr Kohlendioxid als Wälder und leisten so einen enormen Beitrag zum Klimaschutz.

Moore gibt es überall dort, wo ausreichend Wasser vorhanden ist. Auf Wiesen, in Wäldern, auf Bergkämmen und in tiefen Tälern. Sie entstehen durch Ablagerungen organischen Materials, das durch ein Überangebot an Wasser nicht abgebaut wird. Die überschüssige Biomasse wird als Torf eingelagert. Moore wachsen sehr langsam. Nur einen Millimeter pro Jahr nimmt die Torfschicht in einem lebenden Hochmoor zu.

Hochmoore: Lebensraum für Spezialisten

Wollgras im Hochmoor, Foto: © U. Dreiucker / PIXELIO
© U. Dreiucker / PIXELIO

Es gibt verschiedene Moortypen. Nährstoffarmut und saurer Boden im Hochmoor bieten nur wenigen Spezialisten Raum zum Überleben. Einige von ihnen gelten als eiszeitliche Relikte, die nur im Hochmoor existieren können. Ein typisches Merkmal für das Hochmoor ist der Schwingrasen, eine dichte, auf dem Wasser schwingende Pflanzendecke, die sich im Zuge der Verlandung aus Torfmoosen bildet. Einjährige und zweijährige Pflanzen sowie Knollen- und Zwiebelpflanzen sind nicht vertreten, da sie den Standortbedingungen nicht gewachsen sind. Pflanzen, die Ausläufer bilden, können sich hingegen dem Torfzuwachs anpassen.

Birkhuhn, Moosjungfern, Heidelibellen, Moorbläulinge und Moosbeeren-Scheckenfalter gehören zu den typischen Vertretern innerhalb des Tierreichs.

Durch die enorme Spezialisierung sind viele der Pflanzen- und Tierarten vom Aussterben bedroht oder bereits ausgestorben, da sie nach Verlust ihres Lebensraumes auf kein anderes Habitat ausweichen können. Bereits leichte Verschiebungen beispielsweise des pH-Wertes oder des Nährstoffangebotes können sie nicht verkraften.

Niedermoor im Herbst, Foto: © R. Sturm / PIXELIO
© R. Sturm / PIXELIO

Niedermoore: artenreiche Flora und Fauna

Niedermoore sind bei weitem nährstoff- und artenreicher als Hochmoore und entsprechend von weniger spezialisierten Lebewesen besiedelt. Sie sind außerdem leichter zu erhalten als Hochmoore.

Auch Niedermoore bilden Rückzugsgebiete für viele seltene, oft auch gefährdete Pflanzen und Tiere, darunter Rohrkolben, Schwertlilie, Blut- und Gilbweiderich, Wasserdost, Sumpfblutauge, verschiedene Knabenkrautarten, Binsen, Seggen, Wieden-Faulbeergebüsch und Erlenbruchwälder, die zum Teil durch natürliche Sukzession ineinander übergehen. Bedeutende Vertreter aus dem Tierreich sind Weidenmeise, Schilfeule, Tüpfelsumpfhuhn und Schilfrohrsänger.

Moore renaturieren

Renaturiertes Moor, Foto: © Illusionist / PIXELIO
Ein renaturiertes Moor bei Freistatt am Main. © Illusionist / PIXELIO

Durch die Nutzung der Moore, ihre Trockenlegung und den Torfabbau, sind diese wundervollen Biotope großflächig zerstört worden. Durch den veränderten Wasserhaushalt und erhöhten Stickstoffeintrag sind viele Tier- und Pflanzenarten bereits verschwunden, zahlreiche weitere davon bedroht. Der Einsatz von Torf und Torferzeugnissen im Gartenbau lässt die Moore weiter schrumpfen. Dieser Prozess muss gestoppt und bundesweit wirksame Programme zu Renaturierung von Mooren auf den Weg gebracht werden, um diesen einzigartigen und ökologisch wichtigen Lebensraum zu retten.



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