Klimawandel: Herausforderung für Natur und Mensch

Neben der Zerstörung und Zerschneidung von Lebensräumen beeinträchtigt auch der Klimawandel die biologische Vielfalt. Klimaveränderugen hat es schon immer gegeben und die Natur hat sich angepasst. Doch das Ausmaß und die Geschwindigkeit der aktuellen Klimaerwärmung sind überdurchschnittlich hoch, die negativen Auswirkungen auf die Artenbestände verheerend. Das Bundesamt für Naturschutz prognostiziert, dass bei einem Anstieg der Temperatur um 2°C bis zu 30 Prozent der in Deutschland vorkommenden Arten bis zum Ende des Jahrhunderts vom Aussterben bedroht sein werden.

Drüsiges Springkraut, Foto: wikipedia.de
Neophyten wie das Drüsige Springkraut können sich durch den Klimawandel immer besser ausbreiten.

Dies fällt jedoch auf den ersten Blick nicht weiter auf, da der Verlust durch die Zuwanderung wärmeliebender Arten überdeckt wird. Die rasante Geschwindigkeit erschwert die zeitliche, räumliche oder genetische Anpassung der Tiere und Pflanzen. Die Lebensräume verschieben sich nach Norden und in höhere Lagen. Dabei kann die Ausbreitungsgeschwindigkeit der Arten nicht mit der Verschiebung der Klimazonen mithalten.

Es ist zu befürchten, dass sich voneinander abhängige Arten unterschiedlich an den Klimawandel anpassen werden. Damit würden beispielsweise auf bestimmte Pflanzen festgelegte Insekten durch eine räumliche Verschiebung ihre Nahrungsquellen verlieren. Andersherum fehlen den Pflanzen die für ihre Existenz wichtigen Bestäuber. Ganze über Jahrtausende gewachsene Funktionszusammenhänge und ökologische Systeme werden durcheinandergebracht.

Hinzu kommt, dass die zunehmende Zerschneidung der Landschaft die räumliche Anpassung der Arten durch Abwanderung deutlich erschwert. Das ganze Szenario trifft die Natur außerdem in einem ohnehin schon sehr angeschlagenen Zustand. Dabei könne eine intakte Natur die negativen Folgen des Klimawandels enorm abpuffern. Moore und Wälder speichern ungeheure Mengen CO2 und wirken somit dem Klimawandel entgegen.

Temperaturanstieg: schlechte Zeiten für Feuchtgebiete

Besonders gefährdet sind Arten mit einer starken Bindung an ihre Lebensräume: Sie sind spezialisiert und wenig anpassungsfähig. Dazu zählen in Deutschland vor allem die kälteliebenden Arten der Hochmoore, Reliktvorkommen und Arten mit einer sehr geringen Verbreitung. Außerdem sind die Alpen, ein "Hotspot" der Artenvielfalt, besonders vom Klimawandel betroffen.

Zwei Frösche, Foto: Foto: © Frank Hollenbach / PIXELIO
Amphibien sind weltweit bedroht. © Frank Hollenbach / PIXELIO

Wärmeliebende Arten mit einer hohen Toleranz gegen schwankende Umweltfaktoren und einem hohen Ausbreitungspotential kommen hingegen sehr gut mit dem sich wandelnden Klima zurecht. Sie wandern aus dem mediterranen Raum ein und verdrängen die einheimische Fauna und Flora. Der Klimawandel wird in bestimmten Regionen Deutschlands zur Änderung der Wasserbilanz und zum Austrocknen von Mooren und Feuchtgebieten führen. In anderen Regionen der Welt sind die Feuchtgebiete auf dem Permafrostboden bedroht. Der Anstieg des Meeresspiegels gefährdet auch viele Mangrovenwälder.

Folgen für den Menschen

Roggen-Ähren, Nahaufnahme, Foto: © M. Grabscheit / PIXELIO
Gehören gute Ernten auch bei uns bald der Vergangenheit an? © M. Grabscheit / PIXELIO

Auch der Mensch ist von den Folgen der steigenden Temperaturen, der veränderten Niederschläge und der gehäuft auftretenden Extremwetterereignisse betroffen. In Deutschland wird zukünftig die Landwirtschaft und damit die Versorgung mit Nahrungsmitteln unter den Veränderungen leiden – in anderen Ländern der Erde bereits heute Realität.

Zudem nimmt die Gefahr von Infektionskrankheiten zu. Viele Krankheitsüberträger sind von Klimafaktoren wie Temperatur und Feuchtigkeit abhängig. Erhöhte Temperaturen verbessern ihre Lebensbedingungen und ermöglichen eine weitere räumliche Ausbreitung. Tropenkrankheiten wie Malaria werden sich unter Umständen in Nordeuropa wieder "etablieren". Durch die milden Winter treten vermehrt Fälle von Borreliose und Hirnhautentzündung (FSME) auf, die durch Zecken übertragen werden.

Der BUND setzt sich deswegen für einen effektiven Klima- und Naturschutz ein, um die Folgen des Klimawandels für Mensch, Tier und Pflanze zu minimieren.

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Naturschutz in Zeiten des Klimawandels

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