Da es internationaler Anstrengungen bedarf, um den Verlust an Pflanzen, Tieren und Lebensräumen aufzuhalten, wurde 1992 auf dem UN-Umweltgipfel in Rio de Janeiro das Übereinkommen über die Biologische Vielfalt (Convention on Biological Diversity, CBD) besiegelt. Dieser Konvention sind bislang 193 Staaten beigetreten, welche sich alle zwei Jahre zur Vertragsstaatenkonferenz (Conference of Parties, COP) zusammenfinden. Auf den Treffen werden Maßnahmen zum Schutz der biologischen Vielfalt und ihrer fairen und nachhaltigen Nutzung festgelegt, die es international umzusetzen gilt. Im Oktober 2010 fand die COP10 im japanischen Nagoya statt, der BUND hat die Konferenz vor Ort kritisch begleitet und eine Bilanz der Beschlüsse von Nagoya gezogen.
2010-Ziel verfehlt – ein Umdenken ist überfällig
Im Jahr 2002 hatten die auf dem Erdgipfel in Johannesburg versammelten Staaten beschlossen, den Rückgang der biologischen Vielfalt bis ins Jahr 2010 signifikant zu verlangsamen. Die europäischen Länder, unter ihnen auch Deutschland, gingen noch einen Schritt weiter: Sie verpflichteten sich, den Verlust der natürlichen Vielfalt bis zum Jahr 2010 zu stoppen. Beide Ziele wurden massiv verfehlt.
Es gilt, endlich die Belange des Biodiversitätsschutzes in alle Politikfelder zu integrieren, insbesondere in die Haushalts- und Wirtschaftsressorts. Andernfalls bleiben Maßnahmen zum Schutz der biologischen Vielfalt angesichts des Ausmaßes der Zerstörung wirkungslos. Vielleicht kann die sogenannte TEEB-Studie zu den ökonomischen Kosten dieser Zerstörung zu dem längst überfälligen Umdenken in diesem Punkt beitragen. Ein weiterer zentraler Schritt zum Erhalt der Biodiversität ist der Abbau umweltschädlicher Subventionen – hier wird viel Geld für die Vernichtung von Natur ausgegeben. Zu beiden Punkten gibt es hoffnungsvolle Beschlüsse aus Nagoya – sie müssen jedoch auch in die Tat umgesetzt werden.