Post-2010-Ziele der Biodiversitätsstrategie

Die nationale Biodiversitätsstrategie sieht zahlreiche Ziele vor, die erst später als 2010 erfüllt sein müssen.

Ziele bis 2015:

Robben am Strand, Foto: Gammelstaad, aboutpixel.de
  • Die Gewässer im Küstenraum sowie die Flüsse und Auen sind in einem guten ökologischen Qualitätszustand.
  • Die natürliche Entwicklung in allen Hochmooren und Moorwäldern ist gewährleistet, der Torfabbau signifikant reduziert.
  • Die für die agrarisch genutzten Kulturlandschaften typischen wildlebenden Arten sind mehrheitlich in ihrem Bestand gesichert und nehmen wieder zu.

Ziele bis 2020:

Frösche im Wasser, Foto: F. Hollenbach, pixelio.de
  • Arten, für die Deutschland eine besondere Erhaltungsverantwortung trägt, erreichen überlebensfähige Populationen.
  • Für den größten Teil der Rote-Liste-Arten verbessert sich die Gefährdungssituation um eine Stufe.
  • Auf zwei Prozent der Fläche Deutschlands kann sich die Natur wieder nach ihren eigenen Gesetzmäßigkeiten ungestört entwickeln und Wildnis entstehen.
  • Alle Lebensräume der geschützten und gefährdeten Biotoptypen weisen einen signifikant besseren Erhaltungszustand auf.
  • Die Bedingungen für die in Wäldern typischen Lebensgemeinschaften haben sich weiter verbessert. Naturnahe Bewirtschaftungsformen verstärken die natürlichen Prozesse und der Flächenanteil der Wälder mit natürlicher Entwicklung beträgt fünf Prozent.
  • Die Meeresgewässer erreichen eine gute Umweltqualität und der Erhaltungszustand der Arten und Lebensräume des Meeres ist deutlich verbessert.
  • Fließgewässer und ihre Auen sind in ihrer Funktion als Lebensraum so weit gesichert, dass ihre typische Vielfalt gewährleistet ist. Der überwiegende Teil der Fließgewässer verfügt wieder über die natürlichen Überflutungsräume.
  • Wesentliche Teile der heute intensiv genutzten Niedermoore sind geschützt. Die für sie typischen Lebensgemeinschaften können sich wieder entwickeln. Der Wasserhaushalt der noch intakten Moore bleibt geschützt und die dauerhafte Wiederherstellung regenerierbarer Moore ist bis 2020 abgeschlossen.
  • Vom Klimawandel betroffene Arten können über ein bis 2020 realisiertes Biotopverbundsystem ihren Lebensraum den Veränderungen anpassen.
Blumenwiese, Foto: Moonlight, aboutpixel.de

Auf internationaler Ebene existieren noch keine konkreten Post-2010-Ziele. Auf der kommenden Vertragsstaatenkonferenz in Nagoya (COP 10) müssen diese dringend verabschiedet werden. Es ist überaus wichtig, an ehrgeizigen Zielen zum Schutz der biologischen Vielfalt auf internationaler Ebene festzuhalten.

Das nicht erfüllte 2010-Ziel, den Artenschwund signifikant zu reduzieren bzw. zu stoppen, sollte auch weiterhin das Hauptanliegen bleiben. Die direkten und indirekten Verursacher des Verlusts der biologischen Vielfalt sollen benannt werden, und die aktuellen Herausforderungen im Rahmen des globalen Klimawandels und der Wirtschaftskrise müssen Beachtung finden.

Der neue Plan sollte ein kurzes und konzentriertes Dokument sein und mittelfristige (2020) sowie langfristige (2050) Ziele enthalten. Zusätzliche Finanzmittel müssen mobilisiert und der Sachverhalt des Artenschwundes noch besser kommuniziert werden.


Lesen Sie mehr
über die Defizite der Biodiversitätsstrategie und die Forderungen des BUND.





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