Auen und Flüsse: Artenreichtum im und am Wasser

Aue im unteren Odertal, Foto: Sane, wikipedia

Flüsse und die sie umgebenden Auen bilden eine Einheit. Sie beherbergen in Deutschland die meisten Arten. Etwa zwei Drittel aller bei uns vorkommenden Lebensgemeinschaften sind hier in vielen verschiedenen, eng verzahnten Biotopen zu Hause. Sie stellen nur etwa sieben Prozent der Landesfläche.

Der Charakter eines Flusses verändert sich auf seinem Weg von der Quelle bis zur Mündung. Dadurch entstehen verschiedene Biotope, an die sich unterschiedliche Lebensgemeinschaften angepasst haben. Noch größer als die Vielfalt im Fluss ist die an seinen Ufern. Die Kraft des Wassers, die die umgebende Landschaft formt, schafft Altarme, feuchte Senken, Schlammbänke sowie Steilufer und überflutet regelmäßig die Auen und artenreichen Auwälder. Pflanzen und Tiere haben sich an den ständigen Wechsel angepasst und profitieren von dem nährstoffreichen Eintrag des Sedimentes, das die Auenböden fruchtbar macht.

Eine naturbelassene Aue bietet beispielsweise durch seine Steilufer, Kiesbänke und Schilfgürtel Nistmöglichkeiten für eine Vielzahl von Vogelarten. Sie reinigt das einströmende Wasser, hält den Fluss im biologischen und chemischen Gleichgewicht und bietet darüber hinaus Nahrung und Laichstätten für Fische und Amphibien.

Begradigter Fluss, Luftbild, Foto: © D. Schütz / PIXELIO
© D. Schütz / PIXELIO

Doch dieses einzigartige Ökosystem ist in Gefahr. Die Wasserqualität hat sich in den letzten Jahren zwar erheblich gebessert, wodurch viele Fischarten wieder heimisch geworden sind. Dennoch zwängen unzählige Staustufen, Begradigungen und massenhaft Beton und Schotter die Flüsse in ein künstlich geschaffenes Bett, beeinträchtigen die Durchgängigkeit der Flüsse und behindern wandernde Fischarten sowie die natürliche Sedimentation der Flüsse.

Das gesamte Ökosystem wird dadurch nachhaltig verändert. Die für den Erhalt der Artenvielfalt so immens wichtigen Flussauen sind größtenteils zerstört und die Arten ihres Lebensraumes beraubt. Zusätzlich wächst dadurch die Gefahr überdimensionierter Hochwasser, da Auen beträchtliche Mengen an Wasser aufnehmen können und und damit das Hochwasser abpuffern.

Auwald in der Rheinebene, Foto: © R. Sturm / PIXELIO
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Renaturierungsprogramme müssen nun helfen und retten, was noch nicht irreversibel zerstört worden ist. Die Flüsse sollen wieder mehr Raum bekommen und Strukturelemente der Flussufer und Auen neu entstehen. Dadurch kann das ökologische Gleichgewicht wiederhergestellt und die Artenvielfalt zurückgeholt werden.

Ein weiteres Problem für das Ökosystem Fluss sind invasive Arten. Der nordamerikanische Ochsenfrosch verdrängt in großem Maßstab die einheimischen Amphibien. Die Wollhandkrabbe, die es vermutlich über Handelsschiffe bis in unsere heimischen Gewässer geschafft hat, verbreitet sich in einem rasanten Tempo.

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