Wie viele Unfälle oder "Störfälle" sich in den letzten 50 Jahren dort ereignet haben, wissen vermutlich nur wenige Menschen ganz genau. 1957 jedenfalls ereignete sich eine Katastrophe, die dem Unglück von Tschernobyl hinsichtlich der Menge an freigesetztem radioaktiven Material in nichts nachsteht. Durch Überhitzung explodierte ein Tank mit einem flüssigen Gemisch aus Radionukliden und anderen Abfallprodukten der Plutonium-Wiederaufarbeitung.
Nach unterschiedlichen Angaben starben 1.000 Menschen direkt durch die Explosion. Die freigesetzte Strahlung, die mit dem zwei- bis sechsfachen der Tschernobyl-Katastrophe angegeben wird, zog etwa 270.000 Menschen in Mitleidenschaft. Die Sowjet-Regierung vertuschte die Katastrophe, die Bevölkerung wurde nicht gewarnt und, wenn überhaupt, erst eineinhalb Jahre nach dem Unglück evakuiert. Erst im Juli 1989 informierte die sowjetische Regierung offiziell über die Katastrophe von Majak. Zum 31. Dezember 2002 legte die russische Atomsicherheitsbehörde die Anlage wegen der Trinkwasser-Gefährdung still, aber schon im März 2003 wurde, unter Auflagen, eine neue Genehmigung erteilt.