British Energy – Steuerzahler sanieren einen maroden Atomstromkonzern

Ein als British Energy-Aktionär verkleideter FoEE-Campaigner spült Steuergelder die Atom-Toilette hinunter
Symbolischer Protest: Ein als British Energy-Aktionär verkleideter FoEE-Campaigner spült Steuergelder die Atom-Toilette hinunter.

Im September 2004 ging ein Aufschrei durch die Reihen derer, die schon länger gegen die wettbewerbsverzerrende Subventionierung der Atomindustrie durch den EURATOM-Vertrag protestierten: Die EU-Kommission hatte soeben die Subventionierung des britischen Atomstrom-Produzenten British Energy (BE) in Höhe von sechs Milliarden Euro durch die Blair-Regierung genehmigt. Auf der Grundlage des EURATOM-Vertrages sollte das Geld für die Behandlung von Atomabfällen und die Dekommissionierung bereitgestellt werden.

British Energy, Betreiber von acht der 33 britischen AKW, ist mit einem Anteil von 20 Prozent der größte Stromerzeuger in Großbritannien. Noch 1999 ging es dem Konzern blendend, die Aktie erreichte den Rekordstand von 741 Pence. Aber 2001, nach der endgültigen Liberalisierung des Strommarktes, fiel der Kurs rapide in den Keller, nicht zuletzt aufgrund der hohen Fixkosten für die AKW. Schon im September 2002 gewährte die Regierung dem Unternehmen einen Sofortkredit über rund eine Milliarde Euro, mit der offiziellen Begründung, dass BE ein Fünftel des Stroms produziere. Hinzu kam wohl die Sorge um die Sicherheit der Reaktoren. Schon damals kam es zu einer Klage anderer Wettbewerber und Umweltorganisationen wegen Wettbewerbsverzerrung vor dem europäischen Gerichtshof.

Im Juni 2003 schließlich waren die Energiepreise im Vergleich zu 1998 um 40 Prozent und damit unter die Herstellerpreise der meisten Stromproduzenten gesunken. Experten errechneten, dass BE zu diesem Zeitpunkt jede Woche einen Verlust von sieben Millionen Euro machte, und im September konnte der Konkurs erneut nur durch einen Notkredit in Höhe von 300 Millionen Euro abgewendet werden. Als dann im Herbst 2003 auch noch technische Probleme in zwei AKW auftraten, drückten wochenlange Ausfallzeiten und Reparaturkosten die Aktie weiter in den Keller, bis sie 2004 mit drei Pence auf einem Rekordtief notiert wurde. Erst ein Sanierungskonzept, bei dem Kleinaktionäre zugunsten der Gläubiger beschnitten wurden, sowie die sechs Milliarden Euro-Subventionierung sicherten den Fortbestand von British Energy.



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